Via Margutta: Die Gasse der Maler
Why is it significant?
Plötzlich wird es still. Nur ein paar Schritte vom Verkehr entfernt stehst du in einer schmalen Gasse voller Efeu, Werkstatttüren und Innenhöfe.
Key Facts
| Place | Via Margutta: Die Gasse der Maler |
|---|---|
| Address | Via Margutta, 00187 Roma RM, Italy |
| Geo Coordinates | 41.90710, 12.48070 |
| Part of Walk | Goethe in Rom: Auf den Spuren der Italienischen Reise und der deutschen Künstler |
| Generated | Generated |
Plötzlich wird es still. Nur ein paar Schritte vom Verkehr entfernt stehst du in einer schmalen Gasse voller Efeu, Werkstatttüren und Innenhöfe. Ein Stück weiter nördlich lehnt an der Mauer ein kleiner Brunnen mit Staffeleien, Pinseln, einem Zirkel und zwei Masken, einer lachenden und einer traurigen: die Fontana degli Artisti, der Brunnen der Künstler, von 1927. Willkommen in der Via Margutta.
Diese Gasse lag einst im Rücken der vornehmen Häuser an der Via del Babuino, zwischen Ställen, Lagern und Handwerkerbuden. Es gab billigen Raum, Höfe und gutes Licht, und genau das brauchten Maler und Bildhauer. Im 19. Jahrhundert reihten sich hier die Ateliers aneinander, und unter den Mietern waren viele Ausländer: Franzosen, Engländer, Skandinavier und Deutsche, die nach Rom kamen, um zu lernen, zu zeichnen und zu verkaufen.
Denn nach Goethe kam die Welle. Seine Italienische Reise, die er erst rund dreißig Jahre später veröffentlichte, machte Rom für die Deutschen endgültig zum Sehnsuchtsort. Junge Maler wanderten zu Fuß über die Alpen, mit wenig Geld und viel Begeisterung, mieteten sich in Kammern rund um die Spanische Treppe ein und blieben Monate, manchmal Jahre, manchmal für immer. Rund um diese Gassen wuchs eine richtige deutsche Künstlerkolonie.
Im 20. Jahrhundert kam das Kino dazu. In Ein Herz und eine Krone von 1953 wohnt Gregory Peck in dieser Straße, im Haus Nummer 51, und Audrey Hepburn erwacht dort ahnungslos in seinem Pyjama. Und Federico Fellini lebte viele Jahre mit seiner Frau Giulietta Masina in der Via Margutta. Der größte Fantast des italienischen Films wohnte also ausgerechnet in einer der stillsten Gassen der Stadt.
Heute sind manche Ateliers Galerien geworden, andere Werkstätten für Restaurierung und Rahmen, und durch halboffene Tore siehst du noch immer Leinwände und Gipsfiguren. Geh jetzt zurück zur Via del Babuino und hinunter bis zur Piazza di Spagna. Kurz vor der Treppe biegst du rechts in die Via dei Condotti, und nach wenigen Schritten stehst du vor einem Kaffeehaus, das älter ist als die Vereinigten Staaten.