Terrazza del Pincio: Goethes Abschied von Rom

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Tritt an die Balustrade und schau hinunter: Unter dir liegt die Piazza del Popolo mit dem Obelisken und den beiden Kirchen, dahinter ein Meer aus Dächern, und am Horizont die Kuppel von Sankt Peter. Unten am Tor hat dein Spaziergang begonnen, und hier oben schließt sich der Kreis.

Key Facts

PlaceTerrazza del Pincio: Goethes Abschied von Rom
AddressPiazzale Napoleone I, 00187 Roma RM, Italy
Geo Coordinates41.91120, 12.47840
Part of WalkGoethe in Rom: Auf den Spuren der Italienischen Reise und der deutschen Künstler
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Tritt an die Balustrade und schau hinunter: Unter dir liegt die Piazza del Popolo mit dem Obelisken und den beiden Kirchen, dahinter ein Meer aus Dächern, und am Horizont die Kuppel von Sankt Peter. Unten am Tor hat dein Spaziergang begonnen, und hier oben schließt sich der Kreis. Kaum ein Ort in Rom eignet sich besser, um Abschied zu nehmen.

Diese Terrasse kannte Goethe allerdings noch nicht. Sie wurde erst nach seiner Zeit angelegt, ab 1809 von Giuseppe Valadier, während der französischen Herrschaft über Rom. Zu Goethes Zeit war der Pincio ein Hügel voller Weinberge und Klostergärten, und die Büsten berühmter Italiener, die heute die Wege säumen, kamen noch später. Doch der Park nebenan, die Villa Borghese, war damals schon da... und der hat in der deutschen Literatur einen Ehrenplatz.

Denn im Garten der Villa Borghese schrieb Goethe 1788 eine Szene, die bis heute fast jedes Schulkind in Deutschland kennt: die Hexenküche aus dem Faust. Stell dir das vor... zwischen Pinien und antiken Statuen, im römischen Frühling, schreibt er über Meerkatzen, einen Zaubertrank und das Hexeneinmaleins. Etwas tiefer im Park steht übrigens auch ein Goethe-Denkmal, ein Geschenk des deutschen Kaisers an die Stadt Rom, Anfang des 20. Jahrhunderts.

Im April 1788 musste Goethe zurück nach Weimar. In den letzten Nächten schien der Vollmond, und er lief durch die stille Stadt, den Corso entlang und hinauf zum Kapitol, und dachte an den Dichter Ovid, der Rom einst ins Exil verlassen musste. Noch als alter Mann sagte er zu seinem Vertrauten Eckermann, nur in Rom habe er empfunden, was eigentlich ein Mensch sei, und zu diesem Glück sei er später nie wieder gekommen.

Und dann ist da noch der Sohn. August von Goethe reiste 1830 nach Rom, auf den Spuren des Vaters, und starb hier mit vierzig Jahren. Auf seinem Grabstein steht nicht einmal sein Vorname, nur Goethe filius, Goethes Sohn, der dem Vater im Tod vorausging. Lass den Blick noch einmal über die Dächer wandern, die Goethe so geliebt hat. Hier endet unsere Reise auf seinen Spuren... und vielleicht beginnt gerade deine eigene.

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