Porta del Popolo: Goethes Ankunft in Rom
Why is it significant?
Stell dich vor die Innenseite des großen Stadttors, dort, wo der weite Platz mit dem Obelisken beginnt. Durch genau dieses Tor rollte am 29. Oktober 1786 eine Kutsche aus dem Norden, und darin saß ein siebenunddreißigjähriger Mann, der sich als deutscher Maler Filippo Miller ausgab.
Key Facts
| Place | Porta del Popolo: Goethes Ankunft in Rom |
|---|---|
| Address | Piazza del Popolo 12, 00187 Roma RM, Italy |
| Geo Coordinates | 41.91140, 12.47620 |
| Part of Walk | Goethe in Rom: Auf den Spuren der Italienischen Reise und der deutschen Künstler |
| Generated | Generated |
Stell dich vor die Innenseite des großen Stadttors, dort, wo der weite Platz mit dem Obelisken beginnt. Durch genau dieses Tor rollte am 29. Oktober 1786 eine Kutsche aus dem Norden, und darin saß ein siebenunddreißigjähriger Mann, der sich als deutscher Maler Filippo Miller ausgab. In Wahrheit war er Geheimer Rat am Hof von Weimar und der berühmteste Dichter Deutschlands: Johann Wolfgang Goethe.
Er war heimlich aufgebrochen. Am 3. September hatte er sich um drei Uhr früh aus dem Kurort Karlsbad davongestohlen, ohne irgendjemandem zu verraten, wohin er wollte. Die Sehnsucht nach Rom, schrieb er, sei in den letzten Jahren zu einer Art Krankheit geworden. Erst unter der Porta del Popolo sei er sich sicher gewesen, Rom wirklich zu haben. Seinen ersten Brief aus der Stadt datierte er auf den 1. November.
Was Goethe hier sah, siehst du heute fast genauso. Die Innenseite des Tors hatte Bernini 1655 für den Einzug von Königin Christina von Schweden gestaltet, die ihren Thron aufgegeben hatte und katholisch geworden war. Die Inschrift wünscht bis heute jedem Ankommenden einen glücklichen und gesegneten Einzug. In der Mitte des Platzes steht ein ägyptischer Obelisk, den Kaiser Augustus nach Rom holen ließ und den Papst Sixtus der Fünfte 1589 hier aufrichtete. Merk ihn dir... er begegnet dir später noch einmal.
Direkt neben dem Tor steht die Kirche Santa Maria del Popolo. Die Legende sagt, hier habe der Geist Kaiser Neros gespukt, bis Papst Paschalis der Zweite 1099 einen verfluchten Nussbaum fällen und eine Kapelle bauen ließ. Und ein anderer Deutscher war schon lange vor Goethe hier: Der Überlieferung nach wohnte der junge Augustinermönch Martin Luther um 1510 im Kloster nebenan, als er nach Rom pilgerte. Drinnen hängen zwei Gemälde von Caravaggio, und eine Kapelle entwarf Raffael für den Bankier Agostino Chigi.
Goethe bewunderte solche Kirchen, aber sein Herz gehörte der Antike und dem Leben auf der Straße. Und die wichtigste Straße lag direkt vor ihm. Schau zwischen die beiden fast gleichen Kirchen am Südende des Platzes: Die mittlere Straße ist die Via del Corso. Folge ihr ein paar hundert Schritte und achte auf ein Haus mit einer Gedenktafel an der Fassade... dort hat er gewohnt.