Casa di Goethe: Die Wohnung am Corso
Why is it significant?
Vor dir, in diesem unscheinbaren Haus an der Via del Corso, hat Goethe den größten Teil seiner römischen Zeit verbracht. Kein Palast, keine Marmortreppe, nur ein paar Zimmer über dem Lärm der Straße, auf der damals Kutschen, Händler und im Karneval sogar Pferderennen vorbeizogen.
Key Facts
| Place | Casa di Goethe: Die Wohnung am Corso |
|---|---|
| Address | Via del Corso 18, 00186 Roma RM, Italy |
| Geo Coordinates | 41.90900, 12.47720 |
| Part of Walk | Goethe in Rom: Auf den Spuren der Italienischen Reise und der deutschen Künstler |
| Generated | Generated |
Vor dir, in diesem unscheinbaren Haus an der Via del Corso, hat Goethe den größten Teil seiner römischen Zeit verbracht. Kein Palast, keine Marmortreppe, nur ein paar Zimmer über dem Lärm der Straße, auf der damals Kutschen, Händler und im Karneval sogar Pferderennen vorbeizogen. Und doch begann hier, wie er selbst sagte, ein zweites Leben.
Goethe zog hier bei seinem Landsmann Johann Heinrich Wilhelm Tischbein ein, einem Maler aus Hessen, der schon seit einigen Jahren in Rom lebte. Die Zimmer gehörten einer römischen Familie, und im Haus wohnten noch andere junge deutsche Künstler. Für den Geheimrat aus Weimar war das eine völlig neue Welt. Er zeichnete, besuchte Ateliers und nahm Unterricht in Perspektive, als wolle er doch noch Maler werden. Im Dezember schrieb er, er zähle den Tag, an dem er Rom betrat, als zweiten Geburtstag, als wahre Wiedergeburt.
Tischbein hat Goethe hier gezeichnet, von hinten, wie er sich lässig aus dem Fenster lehnt und auf den Corso hinunterschaut. Ein privater, fast intimer Moment. Und er malte das berühmteste Goethe-Bild überhaupt: Goethe in der Campagna, im weiten hellen Reisemantel und mit breitem Hut zwischen antiken Trümmern gelagert. Es hängt heute im Städel in Frankfurt. Schau es dir irgendwann genau an... Goethe scheint dort zwei linke Füße zu haben.
Hier arbeitete Goethe auch hart. Er goss seine Iphigenie von Prosa in Verse, vollendete den Egmont und schrieb am Tasso und am Faust. Er erlebte den römischen Karneval vor seiner Haustür, mit Masken, Konfetti und reiterlosen Pferden, die den Corso hinunterjagten, und widmete ihm später eine eigene Schrift. In den Römischen Elegien besang er eine Geliebte namens Faustine. Wer sie war und ob es sie überhaupt gab, darüber rätselt die Forschung bis heute.
Heute ist die Wohnung ein kleines Museum mit Zeichnungen, Briefen und Erstausgaben, getragen von deutscher Seite. Tritt wieder hinaus, geh die Via del Corso ein kleines Stück weiter nach Süden und biege links in die Via dei Greci. An ihrem Ende, an der Via del Babuino, liegt ein bärtiger Mann aus Stein auf einem Brunnen... und er gilt als der hässlichste Römer der Stadt.