Sant'Andrea delle Fratte: Berninis Engel und Angelika Kauffmann
Why is it significant?
Bleib in der schmalen Gasse stehen und schau über die Kirche hinauf: Dort sitzt ein Glockenturm wie eine Hochzeitstorte aus Stein, mit Engelsfiguren, Säulchen und einer Krone aus Schnecken. Er stammt von Francesco Borromini.
Key Facts
| Place | Sant'Andrea delle Fratte: Berninis Engel und Angelika Kauffmann |
|---|---|
| Address | Via di Sant'Andrea delle Fratte 1, 00187 Roma RM, Italy |
| Geo Coordinates | 41.90360, 12.48380 |
| Part of Walk | Goethe in Rom: Auf den Spuren der Italienischen Reise und der deutschen Künstler |
| Generated | Generated |
Bleib in der schmalen Gasse stehen und schau über die Kirche hinauf: Dort sitzt ein Glockenturm wie eine Hochzeitstorte aus Stein, mit Engelsfiguren, Säulchen und einer Krone aus Schnecken. Er stammt von Francesco Borromini. Doch wir sind wegen einer Frau hier, ohne die Goethes Zeit in Rom um vieles ärmer gewesen wäre.
Angelika Kauffmann, 1741 in Chur geboren, mit Wurzeln im Bregenzerwald, war eine Ausnahmeerscheinung. Sie hatte in London Karriere gemacht und gehörte als eine von nur zwei Frauen zu den Gründungsmitgliedern der Royal Academy. Ab 1782 lebte sie in Rom, ganz in der Nähe, oben an der Via Sistina, und ihr Haus wurde zum Treffpunkt von Künstlern, Gelehrten und Fürsten aus ganz Europa. Goethe kam fast jeden Sonntag, und sie zog mit ihm durch Galerien und Sammlungen.
Sie malte auch sein Porträt, 1787. Goethe blieb höflich, aber ehrlich: Es sei immer ein hübscher Bursche, schrieb er nach Hause, aber keine Spur von ihm. Angelika ärgerte sich, dass es nicht gelingen wollte, und trotzdem blieben die beiden eng befreundet. Als Goethe 1788 abreiste, fiel ihm kaum ein Abschied so schwer wie dieser. Wiedergesehen haben sie sich nie.
Angelika Kauffmann starb im November 1807 in Rom. Ihr Begräbnis richtete der große Bildhauer Antonio Canova aus, und es wurde eines der prächtigsten, das die Stadt für eine Künstlerin je erlebt hatte: Ihre Gemälde wurden im Trauerzug vorangetragen, wie einst bei Raffael. Hier, in Sant'Andrea delle Fratte, fand sie ihre letzte Ruhe. Eine Frau aus den Alpen, begraben wie eine Fürstin der Kunst.
Und dann sind da noch die Engel. Neben dem Altar stehen zwei Marmorengel von Gian Lorenzo Bernini, gemeißelt für eine Brücke über den Tiber. Doch der Papst fand sie zu schön, um sie Wind und Wetter auszusetzen, und ließ Kopien auf die Brücke stellen. Die Originale landeten schließlich hier. Geh jetzt die Via di Capo le Case nach Osten und dann hinauf zur Via degli Artisti, wo eine kleine Kirche über einer Treppe wartet.