Náplavka: Bauernmarkt an der Moldau

Why is it significant?

Unter deinen Füßen Kopfsteinpflaster, neben dir das grüne Wasser der Moldau, an der Ufermauer Hausboote und Schiffe, auf denen man essen und trinken kann. Und wenn du an einem Samstagvormittag kommst, duftet es hier nach frischem Brot, Räucherwurst und gebrannten Mandeln.

Key Facts

PlaceNáplavka: Bauernmarkt an der Moldau
AddressRašínovo nábřeží, 128 00 Praha 2, Czechia
Geo Coordinates50.07250, 14.41370
Part of WalkPrag für Genießer: Bier, Märkte und böhmische Küche
GeneratedGenerated

Open the walk

Unter deinen Füßen Kopfsteinpflaster, neben dir das grüne Wasser der Moldau, an der Ufermauer Hausboote und Schiffe, auf denen man essen und trinken kann. Und wenn du an einem Samstagvormittag kommst, duftet es hier nach frischem Brot, Räucherwurst und gebrannten Mandeln. Das ist die Náplavka, Prags liebste Uferpromenade, und der beste Ort, um eine Genussreise zu beginnen: mit leerem Magen.

Náplavka bedeutet so viel wie Anlegestelle. Jahrhundertelang kamen hier Flöße aus dem Süden Böhmens an, beladen mit Holz, Steinen und Waren für die Stadt. Die Flößer aus dem Viertel Podskalí, gleich hier am Ufer, waren eine eigene kleine Welt, mit eigenen Wirtshäusern und eigenem Stolz. Und im Winter sägten Männer Eisblöcke aus dem gefrorenen Fluss. Die lagerte man in tiefen Kellern, damit das Bier auch im Sommer kühl blieb.

Heute ist der Markt ein Schaufenster dessen, was Böhmen auf den Teller bringt. Kräftiges Sauerteigbrot mit Kümmel, eingelegte Gurken, Würste vom Grill, Honig, Apfelsaft. Und wenn dir plötzlich ein strenger Geruch in die Nase steigt, bist du wahrscheinlich bei den Olmützer Quargeln angekommen, auf Tschechisch Olomoucké tvarůžky. Ein kleiner, goldgelber Sauermilchkäse, so intensiv, dass man ihn in Gesellschaft nur mit Vorsicht auspackt. Hergestellt wird er im mährischen Städtchen Loštice, und die EU schützt ihn als regionale Spezialität.

Schon hier merkst du: Die böhmische Küche und die bayerische oder österreichische sind enge Verwandte. Knödel, Schweinebraten, Kraut, Gulasch, Strudel... Jahrhunderte unter dem gemeinsamen Dach der Habsburgermonarchie haben die Töpfe gründlich vermischt. Wer in Wien Powidltascherl bestellt, spricht übrigens Tschechisch, ohne es zu wissen: Powidl kommt von povidla, dem tschechischen Wort für dickes Pflaumenmus. Und die Kolatschen, die man in Bayern und Österreich kennt, heißen in Prag koláče.

Probier ruhig ein Stück Brot oder einen Quargel, aber übertreib es nicht, denn auf dieser Route wird noch viel gegessen und noch mehr getrunken. Wir beginnen beim Fleisch. Geh die Treppe hinauf zur Uferstraße, über den Palackého náměstí mit seinem großen Denkmal und dann die Straße Na Moráni bergauf. Sie führt dich direkt zu einem Platz, auf dem früher die Rinder muhten.

Nearby stories