Mucha-Museum im Palais Kaunitz
Why is it significant?
Ein eleganter Barockpalast in einer stillen Gasse, und im Fenster blicken dich Frauen mit wallendem Haar und Blumenkränzen an. Diese Gesichter kennst du, selbst wenn du den Namen noch nie gehört hast. Sie stammen von Alfons Mucha, und das Palais Kaunitz beherbergt seit 1998 sein Museum.
Key Facts
| Place | Mucha-Museum im Palais Kaunitz |
|---|---|
| Address | Panská 890/7, 110 00 Praha 1, Czechia |
| Geo Coordinates | 50.08420, 14.42770 |
| Part of Walk | Prag zwischen Jugendstil und Kubismus: Kuppeln, Kristallhäuser und ein Café aus Prismen |
| Generated | Generated |
Ein eleganter Barockpalast in einer stillen Gasse, und im Fenster blicken dich Frauen mit wallendem Haar und Blumenkränzen an. Diese Gesichter kennst du, selbst wenn du den Namen noch nie gehört hast. Sie stammen von Alfons Mucha, und das Palais Kaunitz beherbergt seit 1998 sein Museum.
Mucha wurde 1860 im mährischen Ivančice geboren, und sein Weg führte erst einmal über den deutschsprachigen Raum. Als junger Mann malte er in Wien Theaterdekorationen, bis der verheerende Brand des Ringtheaters 1881 seinem Arbeitgeber die Aufträge raubte. Ein adeliger Gönner schickte ihn dann an die Kunstakademie nach München. Von dort ging es nach Paris, wo er jahrelang mit Illustrationen über die Runden kam.
Und dann die Wende, wie aus einem Film. Ende 1894 brauchte die Schauspielerin Sarah Bernhardt über die Feiertage dringend ein Plakat für ihr Stück Gismonda. Alle etablierten Grafiker waren im Urlaub, nur Mucha war da. Er entwarf ein schmales, fast lebensgroßes Plakat in Pastelltönen, und als es Anfang 1895 in Paris hing, schnitten Sammler es nachts von den Wänden. Bernhardt gab ihm einen Vertrag über sechs Jahre, und bald sprach man in Paris vom Mucha-Stil.
Doch Mucha wollte mehr sein als der Mann für hübsche Reklame. Er kehrte nach Böhmen zurück, malte zwischen 1910 und 1928 das Slawische Epos, zwanzig riesige Leinwände, und entwarf für die junge Tschechoslowakei die ersten Briefmarken und Banknoten. Im März 1939, gleich nach dem Einmarsch der Wehrmacht, verhörte ihn die Gestapo. Er war schon krank und geschwächt, und wenige Monate später, im Juli 1939, starb er in Prag.
Im Museum siehst du nicht nur die berühmten Plakate, sondern auch Skizzen, Fotos aus seinem Pariser Atelier und Pastelle, die viel dunkler sind, als man von ihm erwartet. Wenn du danach noch mehr Mucha willst: Ein paar hundert Meter weiter hat er einen ganzen Saal ausgemalt. Geh die Panská nach Norden bis zur Na Příkopě und dann rechts in die Hybernská, zu einem der ersten Jugendstilbauten der Stadt.