Hotel Central in der Hybernská

Why is it significant?

Such an der Hausfront nach einem Baum: Über die Fassade breitet sich ein stuckierter Lebensbaum aus, mit Ästen, Blättern und goldenen Akzenten, als wäre das Haus von innen heraus gewachsen. Das ist das ehemalige Hotel Central, und wenn man es streng nimmt, beginnt hier der Prager Jugendstil.

Key Facts

PlaceHotel Central in der Hybernská
AddressHybernská 1001/10, 110 00 Praha 1, Czechia
Geo Coordinates50.08680, 14.43090
Part of WalkPrag zwischen Jugendstil und Kubismus: Kuppeln, Kristallhäuser und ein Café aus Prismen
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Such an der Hausfront nach einem Baum: Über die Fassade breitet sich ein stuckierter Lebensbaum aus, mit Ästen, Blättern und goldenen Akzenten, als wäre das Haus von innen heraus gewachsen. Das ist das ehemalige Hotel Central, und wenn man es streng nimmt, beginnt hier der Prager Jugendstil.

Das Haus entstand um 1900 nach Entwürfen von Friedrich Ohmann, gemeinsam mit seinen Schülern Alois Dryák und Bedřich Bendelmayer. Ohmann, geboren in Lemberg, lehrte damals an der Prager Kunstgewerbeschule und brachte die neuen Ideen direkt aus dem Umfeld der Wiener Moderne mit. Wenig später zog er selbst nach Wien. Dort baute er unter anderem das Palmenhaus im Burggarten, das du vielleicht schon einmal gesehen hast, ohne zu wissen, dass sein Architekt in Prag geübt hatte.

Diese Verbindung nach Wien ist der rote Faden der ganzen Epoche. Jan Kotěra, der wichtigste tschechische Architekt der Zeit, hatte in Wien bei Otto Wagner studiert, dem großen Lehrer der Secession. 1898 kam er zurück nach Prag und unterrichtete an derselben Kunstgewerbeschule. Er und seine Schüler übernahmen von Wagner die Lust am Neuen, aber sie wollten bald etwas Eigenes. Viele der späteren Kubisten saßen in Kotěras Ateliers.

Und die Hybernská hat noch mehr Geschichten. Ihr Name erinnert an irische Franziskaner, die Hibernier, die hier im 17. Jahrhundert ein Kloster hatten. Und auf der anderen Straßenseite, im Haus Nummer 7, trafen sich im Januar 1912 russische Sozialdemokraten zu einer Konferenz, auf der Lenin seine Bolschewiki als eigene Partei organisierte. Zu kommunistischen Zeiten war dort deshalb ein Lenin-Museum. Ein Jugendstil-Hotel, irische Mönche und die Vorgeschichte der Russischen Revolution, alles in einer einzigen Prager Straße.

Das Hotel selbst hat viele Besitzer und Umbauten erlebt, aber die Fassade mit ihrem Baum blieb. Jetzt machen wir einen Sprung von der Blüte zur Kante, von 1900 zu den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Geh ein Stück die Hybernská nach Osten und dann links durch die Havlíčkova hinauf zur Straße Na Poříčí, zu einer Bank, die aussieht wie ein Denkmal.

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