Zollhaus an der Výtoň: Die Flößer von Podskalí

Why is it significant?

Zwischen Gleisen, Uferstraße und Felsen duckt sich ein kleines, altes Haus mit steilem Ziegeldach, viel niedriger als alles ringsum. Es wirkt, als hätte jemand vergessen, es abzureißen... und genau so ist es auch. Das ist das alte Zollhaus an der Výtoň, im Kern aus dem 16. Jahrhundert.

Key Facts

PlaceZollhaus an der Výtoň: Die Flößer von Podskalí
AddressRašínovo nábřeží 412, 128 00 Praha 2, Czechia
Geo Coordinates50.06780, 14.41550
Part of WalkPrag Vyšehrad: Libuše, die Moldau und der Felsen der Legenden
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Zwischen Gleisen, Uferstraße und Felsen duckt sich ein kleines, altes Haus mit steilem Ziegeldach, viel niedriger als alles ringsum. Es wirkt, als hätte jemand vergessen, es abzureißen... und genau so ist es auch.

Das ist das alte Zollhaus an der Výtoň, im Kern aus dem 16. Jahrhundert. Hier lag Podskalí, das Viertel unter dem Felsen, und hier landeten die Flöße. Aus den Wäldern Südböhmens schwammen Stämme die Moldau hinunter, zu langen Flößen zusammengebunden, und an dieser Stelle kassierte die Neustadt ihre Abgabe auf das Holz. Der Name Výtoň soll an genau diese Abgabe erinnern. Die Fahrt von den Wäldern bis nach Prag dauerte Tage, und an Wehren und Stromschnellen brauchte es Mut, Kraft und eine Menge Erfahrung.

Podskalí war ein eigenes kleines Universum. Hier wohnten Flößer, Holzhändler, Fischer und Tagelöhner, in niedrigen Häusern mit Holzlagern bis ans Wasser. Die Flößer galten als raues, stolzes Volk, mit eigenen Bräuchen und eigenen Wirtshäusern. Im Winter, wenn der Fluss zufror, sägten die Männer Eisblöcke aus der Moldau, die in Kellern lagerten und im Sommer Bier und Fleisch kühlten.

Um 1900 beschloss die Stadt, die Moldau zu bändigen. Hohe Kaimauern sollten vor Hochwasser schützen und neue, elegante Straßen tragen. Podskalí stand im Weg und wurde fast vollständig abgerissen. Wo die Flößer ihre Stämme stapelten, verlaufen heute Uferstraße und Straßenbahn. Nur das Zollhaus blieb stehen, und heute erzählt darin eine kleine Ausstellung des Prager Stadtmuseums vom verschwundenen Viertel.

Wenn du genau hinhörst, rauscht hier der Fluss, der später eine Melodie bekommen wird, die man auf der ganzen Welt kennt. Halt die Ohren offen, am Ende dieses Spaziergangs kommen wir darauf zurück. Geh jetzt ein paar Schritte weiter Richtung Felsen, in die Libušina, wo ein Haus steht, das aussieht, als hätte jemand es aus einem Kristall geschnitten.

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