Neklanova 30: Die Straßen der Sagenfürsten

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An der Ecke vor dir schiebt sich ein Mietshaus wie ein Schiffsbug in die Kreuzung. Das Kranzgesims oben ragt weit hinaus, die Fensterrahmen sind schräg geschnitten, und die Ecke selbst ist schräg abgeschnitten.

Key Facts

PlaceNeklanova 30: Die Straßen der Sagenfürsten
AddressNeklanova 98/30, 128 00 Praha 2, Czechia
Geo Coordinates50.06630, 14.41960
Part of WalkPrag Vyšehrad: Libuše, die Moldau und der Felsen der Legenden
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An der Ecke vor dir schiebt sich ein Mietshaus wie ein Schiffsbug in die Kreuzung. Das Kranzgesims oben ragt weit hinaus, die Fensterrahmen sind schräg geschnitten, und die Ecke selbst ist schräg abgeschnitten. Auch dieses Haus stammt von Josef Chochol, gebaut kurz vor dem Ersten Weltkrieg, und es zeigt, dass Kubismus nicht nur etwas für Villen war.

Jetzt lies die Straßenschilder ringsum. Neklanova, Hostivítova, Přemyslova, Krokova, Libušina. Das ist keine Zufallssammlung. Als dieses Viertel um 1900 entstand, benannte man die Straßen nach den Gestalten der ältesten böhmischen Sagen, nach den Fürsten, die angeblich vom Vyšehrad aus herrschten, lange bevor es geschriebene Urkunden gab.

Ganz am Anfang stand Krok, ein weiser Richter. Seine Tochter Libuše wurde Fürstin und nahm den Bauern Přemysl zum Mann, den man der Sage nach vom Pflug weg holte. Libuše schickte ihre Boten aus und ließ sich von ihrem eigenen Pferd führen, und das Pferd blieb erst stehen, als es den pflügenden Přemysl gefunden hatte. Von ihm stammt das Geschlecht der Přemysliden. Danach folgt eine Reihe von Fürsten, von denen die Chronisten kaum mehr wussten als die Namen.

Über Neklan aber erzählt der Chronist Cosmas eine bemerkenswerte Geschichte. Als ein Krieg drohte, verlor der Fürst den Mut und versteckte sich. Ein Krieger namens Tyr zog daraufhin Neklans Rüstung an, ritt an seiner Stelle in die Schlacht und fiel, doch das Heer glaubte bis zum Ende, der Fürst kämpfe in seiner Mitte, und siegte. Ausgerechnet ein Feigling hat also seine eigene Straße bekommen.

Das Schöne an diesem Viertel ist die Mischung: Mietshäuser für Beamte und Lehrer, kubistische Experimente, und über allem der Felsen, von dem all diese Sagen ihren Anfang nehmen. Geh jetzt nach Osten und dann bergauf, am Rand des Vyšehrad entlang, bis du vor einem barocken Festungstor stehst, durch das man die Burg von der Landseite betritt.

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