Kasematten und Gorlice: Die Originale im Berg
Why is it significant?
Vor dir steht ein strenges, helles Tor im klassizistischen Stil, das Ziegeltor, Cihelná brána, aus den Jahren um 1841. Es ist das jüngste der Tore des Vyšehrad, und hinter ihm beginnt eine ganz andere Welt: lange, kühle Gänge aus Ziegelstein, die sich durch das Innere der Festungsmauern ziehen.
Key Facts
| Place | Kasematten und Gorlice: Die Originale im Berg |
|---|---|
| Address | V Pevnosti 159/5b, 128 00 Praha 2, Czechia |
| Geo Coordinates | 50.06530, 14.41920 |
| Part of Walk | Prag Vyšehrad: Libuše, die Moldau und der Felsen der Legenden |
| Generated | Generated |
Vor dir steht ein strenges, helles Tor im klassizistischen Stil, das Ziegeltor, Cihelná brána, aus den Jahren um 1841. Es ist das jüngste der Tore des Vyšehrad, und hinter ihm beginnt eine ganz andere Welt: lange, kühle Gänge aus Ziegelstein, die sich durch das Innere der Festungsmauern ziehen.
Diese Kasematten gehörten zur barocken Festung. Durch sie konnten Soldaten unter der Erde von Bastion zu Bastion laufen, geschützt vor feindlichem Feuer, mit Schießscharten und Lagerräumen für Munition und Vorräte. Wer heute mit einer Führung hineingeht, spürt sofort, wie die Temperatur fällt und der Lärm der Stadt verschwindet.
Am Ende eines Gangs öffnet sich plötzlich ein großer, gewölbter Saal, die Gorlice. Und in diesem Saal stehen Gestalten, die du vielleicht schon einmal gesehen hast, ohne es zu wissen: originale Barockstatuen von der Karlsbrücke. Auf der Brücke selbst stehen heute meist Kopien. Die Originale hat man nach und nach abgenommen, weil Abgase, Frost und Regen den Sandstein zerfraßen, und einige von ihnen haben hier, tief im Felsen, ein stilles Asyl gefunden. Es sind Werke aus der großen Zeit des Prager Barock um 1700, als sich die Brücke in eine Allee aus Heiligen verwandelte.
Stell dir das vor: Oben auf der Brücke drängen sich täglich Zehntausende Menschen an den Kopien vorbei, und die echten Heiligen stehen hier im Halbdunkel, fast allein. Manche sind beschädigt, mit abgebrochenen Fingern und vom Wetter abgeschliffenen Gesichtern, und gerade deshalb wirken sie so lebendig.
Der Saal war nicht immer so friedlich. Über die Jahrhunderte dienten die Gänge als Lager und Verstecke für Vorräte, und die Festung blieb bis ins 19. Jahrhundert Teil des militärischen Prag. Erst danach verwandelte sich der Vyšehrad Schritt für Schritt in das, was er heute ist, einen Park der Erinnerung. Geh jetzt zurück in Richtung der Basilika und durch das Tor in den Friedhof, wo Prag seine größten Namen zur Ruhe gebettet hat.