Basilika St. Peter und Paul und die Teufelssäule

Why is it significant?

Neben dem Weg liegen drei Stücke eines dunklen Steinpfeilers, grob, verwittert, wie achtlos hingeworfen. Dahinter steigen die beiden schlanken Türme der Basilika St. Peter und Paul auf, die man von halb Prag aus sieht. Der Pfeiler wirkt neben ihnen wie ein Gast, der nicht eingeladen war.

Key Facts

PlaceBasilika St. Peter und Paul und die Teufelssäule
AddressK Rotundě 10, 128 00 Praha 2, Czechia
Geo Coordinates50.06430, 14.41910
Part of WalkPrag Vyšehrad: Libuše, die Moldau und der Felsen der Legenden
GeneratedGenerated

Open the walk

Neben dem Weg liegen drei Stücke eines dunklen Steinpfeilers, grob, verwittert, wie achtlos hingeworfen. Dahinter steigen die beiden schlanken Türme der Basilika St. Peter und Paul auf, die man von halb Prag aus sieht. Der Pfeiler wirkt neben ihnen wie ein Gast, der nicht eingeladen war.

Und genau das ist er, wenn man der Sage glaubt. Ein Priester vom Vyšehrad soll mit dem Teufel gewettet haben: Wenn der Teufel ihm eine Säule aus einer Kirche in Rom bringe, bevor er die Messe beendet habe, dann gehöre seine Seele ihm. Der Teufel flog los, doch der heilige Petrus warf ihn unterwegs dreimal ins Meer. Als er endlich ankam, war die Messe vorbei. Vor Wut schleuderte er die Säule auf den Boden, wo sie in drei Stücke zerbrach.

Historiker vermuten eher einen Rest eines alten Bauwerks oder einer Sonnenuhr, aber sicher weiß es niemand. Und die Prager hängen an ihrer Teufelsgeschichte, wie sollte es anders sein.

Die Basilika selbst ist viel älter, als sie aussieht. Gegründet wurde sie um 1070 von Vratislav II., dessen Rotunde du eben gesehen hast. Ihr heutiges Gesicht aber ist neugotisch: Josef Mocker baute sie ab 1885 um, und die beiden Türme kamen erst 1902 und 1903 dazu. Mocker ist derselbe Architekt, der die Vollendung des Veitsdoms leitete und vielen gotischen Kirchen Böhmens ihr heutiges, manchmal etwas zu perfektes Gesicht gab. Wenn du hineingehst, erwartet dich eine Überraschung: Wände und Gewölbe sind über und über mit Jugendstilmalerei bedeckt, Ranken, Heilige und Ornamente in warmen Farben, eher Wien um 1900 als Mittelalter.

Die Türme sind Prags Wegweiser nach Süden: Von der Karlsbrücke, vom Petřín und vom Fluss aus erkennst du an ihnen sofort den Vyšehrad. Und gleich nebenan liegen die Menschen, die die Tschechen als ihr Gedächtnis betrachten. Geh nun am Rand der Basilika entlang Richtung Norden, zum Ziegeltor in der nördlichen Festungsmauer, wo sich ein Gang tief in die Wälle hineinzieht.

Nearby stories