Sacré-Cœur: Die weiße Basilika nach der Kommune

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Stell dich auf den Vorplatz der Basilika und dreh ihr für einen Moment den Rücken zu. Unter dir liegt ganz Paris, ein graues Meer aus Zinkdächern und Schornsteinen, aus dem der Eiffelturm und der dunkle Turm von Montparnasse ragen.

Key Facts

PlaceSacré-Cœur: Die weiße Basilika nach der Kommune
Address35 Rue du Chevalier de la Barre, 75018 Paris, France
Geo Coordinates48.88620, 2.34300
Part of WalkPinsel, Mühlen und Bohème: Der Künstlerhügel Montmartre in Paris
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Stell dich auf den Vorplatz der Basilika und dreh ihr für einen Moment den Rücken zu. Unter dir liegt ganz Paris, ein graues Meer aus Zinkdächern und Schornsteinen, aus dem der Eiffelturm und der dunkle Turm von Montparnasse ragen. Dann dreh dich langsam um... und schau auf die Kuppeln, weiß wie Zuckerguss.

Diese Kirche ist ein Kind der Niederlage. Nach dem verlorenen Krieg gegen Preußen 1870 und dem blutigen Aufstand der Pariser Kommune 1871 gelobten katholische Kreise, dem Heiligsten Herzen Jesu eine Basilika zu bauen, als Sühne für die Sünden Frankreichs. Und sie wählten diesen Hügel mit Absicht. Hier oben hatte am 18. März 1871 die Kommune begonnen, als Bürger und Nationalgardisten verhinderten, dass die Regierung die Kanonen des Montmartre abtransportierte. Für viele Linke blieb die Basilika deshalb lange ein Siegesmal über die Kommunarden.

Der Grundstein wurde 1875 gelegt, fertig war der Bau 1914, und wegen des Ersten Weltkriegs wurde er erst 1919 geweiht. Der Architekt Paul Abadie wählte einen besonderen Stein aus Château-Landon, einen Travertin, der bei Regen Kalk ausschwitzt und dadurch immer weißer wird. Die Basilika putzt sich gewissermaßen selbst, während der Ruß der Stadt an ihr abperlt. Viele Künstler fanden sie trotzdem kitschig, eine Hochzeitstorte aus Stein.

Im Glockenturm hängt die Savoyarde, eine der schwersten Glocken Frankreichs, fast 19 Tonnen schwer. Sie wurde in Annecy gegossen, kam 1895 als Geschenk der Diözesen Savoyens hierher und musste von Pferden den Hügel hinaufgezogen werden. Und noch etwas macht diesen Ort einzigartig: Seit 1885 wird in der Basilika ununterbrochen gebetet, Tag und Nacht, ohne eine einzige Pause, selbst in den Nächten der Bombardierungen.

Wenn du Zeit hast, steig später auf die Kuppel. Von dort oben reicht der Blick an klaren Tagen weit über die Stadt hinaus. Geh jetzt links an der Basilika vorbei, durch die kleine Rue Azaïs, zu einer viel älteren Kirche, die sich gleich nebenan versteckt, und zu einem Platz voller Staffeleien.

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