Place du Tertre & Saint-Pierre: Dorfplatz und älteste Kirche
Why is it significant?
Vor dir öffnet sich die Place du Tertre: rote Sonnenschirme, Staffeleien, Maler, die dir für ein paar Minuten Geduld ein Porträt versprechen. Doch bevor du ins Gewimmel eintauchst, sieh dir die schlichte Steinfassade an der Ecke an.
Key Facts
| Place | Place du Tertre & Saint-Pierre: Dorfplatz und älteste Kirche |
|---|---|
| Address | Place du Tertre, 75018 Paris, France |
| Geo Coordinates | 48.88650, 2.34100 |
| Part of Walk | Pinsel, Mühlen und Bohème: Der Künstlerhügel Montmartre in Paris |
| Generated | Generated |
Vor dir öffnet sich die Place du Tertre: rote Sonnenschirme, Staffeleien, Maler, die dir für ein paar Minuten Geduld ein Porträt versprechen. Doch bevor du ins Gewimmel eintauchst, sieh dir die schlichte Steinfassade an der Ecke an. Diese kleine Kirche ist älter als fast alles, was du in Paris sehen kannst.
Saint-Pierre de Montmartre wurde 1147 geweiht, in Anwesenheit des Papstes, als Kirche eines großen Frauenklosters, der Abtei von Montmartre. Daher stammt übrigens der Name Abbesses, Äbtissinnen, den du an der Metrostation gelesen hast. Im Inneren stehen alte Marmorsäulen, die wohl schon in einem römischen Heiligtum auf diesem Hügel standen. Und der Name Montmartre selbst ist ein Rätsel: Berg des Mars oder Berg der Märtyrer, nach dem heiligen Dionysius, der hier der Legende nach enthauptet wurde.
Bis 1860 war Montmartre ein eigenes Dorf vor den Toren von Paris, mit Weinbergen, Windmühlen und Steinbrüchen, und dieser Platz war sein Dorfplatz. Aus den Brüchen holte man Gips, so viel, dass Gips im Englischen bis heute plaster of Paris heißt, Pariser Gips. Unter dem Hügel ziehen sich noch immer alte Stollen hindurch, und manches Haus musste deshalb mit tiefen Fundamenten gesichert werden.
Als um 1900 die Maler kamen, war Montmartre billig, ländlich und ein bisschen verrufen. Heute ist der Platz streng geregelt: Die Stadt vergibt die Plätze, jeder misst etwa einen Quadratmeter, und oft teilen sich zwei Künstler einen Platz im Wechsel. Die Warteliste ist lang. Wer hier malt, hat also einen der begehrtesten Arbeitsplätze der Kunstwelt... auch wenn er nur einen Quadratmeter groß ist.
Und noch eine Geschichte, die man dir an diesem Platz gern erzählt. 1814 sollen russische Kosaken in einer Gaststätte hier am Platz bystro gerufen haben, schnell, wenn sie ihren Wein wollten, und daraus sei das Wort Bistro entstanden. Hübsch, aber Sprachforscher glauben es nicht. Verlass den Platz jetzt über die Rue du Mont-Cenis nach Norden und biege links in die Rue Cortot ein, zu einem alten Haus mit Garten.