Au Lapin Agile & der Weinberg: Der flinke Hase
Why is it significant?
An der Ecke von Rue des Saules und Rue Saint-Vincent duckt sich ein niedriges, verwittertes Haus, und auf seinem Schild springt ein Hase mit einer Flasche aus einem Kochtopf. Gegenüber, am Hang, wachsen tatsächlich Weinreben, in sauberen Reihen, mitten in der Hauptstadt.
Key Facts
| Place | Au Lapin Agile & der Weinberg: Der flinke Hase |
|---|---|
| Address | 22 Rue des Saules, 75018 Paris, France |
| Geo Coordinates | 48.88870, 2.33980 |
| Part of Walk | Pinsel, Mühlen und Bohème: Der Künstlerhügel Montmartre in Paris |
| Generated | Generated |
An der Ecke von Rue des Saules und Rue Saint-Vincent duckt sich ein niedriges, verwittertes Haus, und auf seinem Schild springt ein Hase mit einer Flasche aus einem Kochtopf. Gegenüber, am Hang, wachsen tatsächlich Weinreben, in sauberen Reihen, mitten in der Hauptstadt.
Der Name ist ein Wortspiel. Um 1875 malte der Karikaturist André Gill dieses Schild, und bald sagten die Leute Lapin à Gill, der Hase von Gill. Daraus wurde Lapin Agile, der flinke Hase. 1903 übernahm Frédéric Gérard das Lokal, genannt Frédé, ein bärtiger Wirt mit Gitarre, Pelzmütze und einem Esel namens Lolo. Er sang, die Gäste sangen mit, und wer kein Geld hatte, bezahlte manchmal mit einer Zeichnung.
Picasso malte 1905 ein Bild mit dem Titel Au Lapin Agile: er selbst im Harlekinskostüm an der Bar, düster und abwesend, im Hintergrund Frédé mit der Gitarre. Das Bild hing jahrelang hier an der Wand. 1989 wurde es in New York für rund 40 Millionen Dollar versteigert... nicht schlecht für ein Bild aus einer Kneipe, in der man mit Zeichnungen bezahlte.
Und dann der berühmteste Streich der Kunstgeschichte. 1910 banden Stammgäste um den Schriftsteller Roland Dorgelès einen Pinsel an den Schwanz von Lolo, dem Esel, stellten ihm eine Leinwand hin und ließen ihn wedeln. Das Ergebnis, einen Sonnenuntergang über der Adria, stellten sie im Salon des Indépendants aus, unter dem Namen eines erfundenen italienischen Malers, Boronali, mit einem pompösen Manifest. Kritiker diskutierten das Werk ernsthaft, bis Dorgelès den Schwindel auflöste. Boronali ist übrigens ein Anagramm von Aliboron, einem alten französischen Spottnamen für den Esel.
Und der Weinberg? Der Clos Montmartre wurde 1933 angelegt, als Erinnerung an die Zeit, als der ganze Hügel voller Reben stand. Er liefert nur wenig Wein, der für wohltätige Zwecke verkauft wird, und jedes Jahr im Oktober feiert das Viertel die Weinlese mit einem großen Fest. Geh jetzt die Rue des Saules wieder hinauf bis zum rosa Haus an der Ecke und folge dann rechts der Rue de l'Abreuvoir bis zu ihrem Ende.