Rue Lepic 54: Vincent und Theo van Gogh
Why is it significant?
Vor dem Haus Nummer 54 der Rue Lepic, einem ganz gewöhnlichen Pariser Wohnhaus, hängt eine kleine Gedenktafel. Kaum jemand bleibt stehen, die Leute eilen mit Einkaufstüten vorbei. Dabei wohnte hier, im dritten Stock, zwei Jahre lang Vincent van Gogh.
Key Facts
| Place | Rue Lepic 54: Vincent und Theo van Gogh |
|---|---|
| Address | 54 Rue Lepic, 75018 Paris, France |
| Geo Coordinates | 48.88580, 2.33370 |
| Part of Walk | Pinsel, Mühlen und Bohème: Der Künstlerhügel Montmartre in Paris |
| Generated | Generated |
Vor dem Haus Nummer 54 der Rue Lepic, einem ganz gewöhnlichen Pariser Wohnhaus, hängt eine kleine Gedenktafel. Kaum jemand bleibt stehen, die Leute eilen mit Einkaufstüten vorbei. Dabei wohnte hier, im dritten Stock, zwei Jahre lang Vincent van Gogh.
Vincent kam im Februar 1886 nach Paris, unangekündigt. Er schickte seinem Bruder Theo einen Zettel, er warte im Louvre auf ihn. Theo arbeitete als Kunsthändler in einer Pariser Galerie und war der Einzige, der an ihn glaubte... und der ihn bezahlte. Im Juni 1886 zogen die beiden hier ein, in eine größere Wohnung mit Blick über die Stadt, und blieben bis Februar 1888.
In diesen Zimmern verwandelte sich van Goghs Malerei. Aus Holland hatte er dunkle Bauernbilder in Braun und Grau mitgebracht. In Paris sah er die Impressionisten, lernte Pissarro, Signac, Toulouse-Lautrec und Émile Bernard kennen, sammelte japanische Farbholzschnitte... und plötzlich explodierte die Farbe. In nur zwei Jahren malte er rund 200 Bilder, darunter mehr als zwei Dutzend Selbstporträts, weil er sich kein Modell leisten konnte. Aus dem Fenster dieser Wohnung malte er den Blick über die Dächer von Paris. Und hier malte er auch schon Sonnenblumen, abgeschnitten auf einem Tisch liegend, Jahre vor den berühmten Vasen aus Arles.
Das Zusammenleben war allerdings eine Zerreißprobe. Vincent war laut, unordentlich, streitsüchtig, Theos Freunde blieben weg. In einem Brief an die Schwester klagte Theo, das Leben mit ihm sei kaum auszuhalten. Und trotzdem schickte er ihm bis zuletzt jeden Monat Geld. Als Vincent im Juli 1890 starb, folgte ihm Theo nur ein halbes Jahr später. Heute liegen die Brüder nebeneinander auf dem Friedhof von Auvers-sur-Oise.
Stell dir vor, wie Vincent mit Staffelei und Farbkasten die Treppe hinunterpolterte, hinauf zu den Mühlen, die du gerade gesehen hast. Geh jetzt die Rue Lepic noch ein Stück hinab und biege rechts in die Rue Joseph-de-Maistre. Sie führt dich zur Rue Caulaincourt und zum Friedhof von Montmartre, dessen Eingang unten an der Avenue Rachel liegt.