Moulin de la Galette & der Mann in der Wand

Why is it significant?

An der Ecke von Rue Lepic und Rue Girardon steht eine hölzerne Windmühle hoch über der Straße, die Flügel still in den Himmel gespreizt. Und ein paar Schritte hinter dir, an der Place Marcel-Aymé, hast du gerade einen Mann gesehen, der halb aus einer Steinmauer herauskommt.

Key Facts

PlaceMoulin de la Galette & der Mann in der Wand
Address83 Rue Lepic, 75018 Paris, France
Geo Coordinates48.88740, 2.33710
Part of WalkPinsel, Mühlen und Bohème: Der Künstlerhügel Montmartre in Paris
GeneratedGenerated

Open the walk

An der Ecke von Rue Lepic und Rue Girardon steht eine hölzerne Windmühle hoch über der Straße, die Flügel still in den Himmel gespreizt. Und ein paar Schritte hinter dir, an der Place Marcel-Aymé, hast du gerade einen Mann gesehen, der halb aus einer Steinmauer herauskommt.

Der Mann in der Wand heißt Le Passe-Muraille, der Mann, der durch Wände geht. Er stammt aus einer Erzählung des Schriftstellers Marcel Aymé aus den Vierzigerjahren, der gleich hier um die Ecke wohnte. Ein kleiner, braver Beamter entdeckt, dass er durch Mauern gehen kann, wird übermütig... und bleibt am Ende in einer stecken. Die Skulptur schuf 1989 der Schauspieler Jean Marais, der auch Bildhauer war. Die ausgestreckte Hand ist blank gerieben, jeder will sie schütteln.

Jetzt zur Mühle. Einst drehten sich auf dem Montmartre zahlreiche Windmühlen, sie mahlten Korn, pressten Trauben und zerstießen Gips. Zwei davon haben überlebt, beide gehörten der Müllerfamilie Debray: der Radet, den du hier siehst, und weiter oben, versteckt hinter Mauern und Bäumen, der Blute-Fin. Im 19. Jahrhundert begannen die Debrays, kleine Fladen aus ihrem Mehl zu backen, Galettes, und dazu Wein auszuschenken. Schon war das Moulin de la Galette ein Tanzlokal.

Die Familie hatte zuvor einen hohen Preis gezahlt. 1814, als die Truppen der Verbündeten Paris angriffen, sollen die Müller Debray ihren Hügel verteidigt haben, und einer von ihnen wurde getötet. Eine grausige Überlieferung erzählt, sein Leichnam sei an die Flügel der Mühle genagelt worden. Wie viel davon stimmt, weiß niemand genau, aber auf dem Montmartre erzählt man es bis heute.

Was danach kam, war fröhlicher. An Sonntagnachmittagen tanzten hier Wäscherinnen, Handwerker und Maler unter den Bäumen, und 1876 malte Renoir dieses Treiben: Bal du moulin de la Galette, Licht, das durch die Blätter auf Kleider und Strohhüte tropft. Heute hängt es im Musée d'Orsay. Auch van Gogh und Toulouse-Lautrec malten die Mühle, und van Gogh wohnte nur ein paar Minuten entfernt. Folge der Rue Lepic bergab, um die große Kurve herum.

Nearby stories