Bateau-Lavoir: Picassos Waschboot

Why is it significant?

Auf der kleinen, abschüssigen Place Émile-Goudeau, unter Bäumen und neben einem grünen Wallace-Brunnen, siehst du ein unscheinbares Haus mit einem Schaufenster. Nichts deutet darauf hin, aber hinter dieser Fassade hat die Kunst des 20. Jahrhunderts begonnen.

Key Facts

PlaceBateau-Lavoir: Picassos Waschboot
Address13 Place Émile-Goudeau, 75018 Paris, France
Geo Coordinates48.88610, 2.33750
Part of WalkPinsel, Mühlen und Bohème: Der Künstlerhügel Montmartre in Paris
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Auf der kleinen, abschüssigen Place Émile-Goudeau, unter Bäumen und neben einem grünen Wallace-Brunnen, siehst du ein unscheinbares Haus mit einem Schaufenster. Nichts deutet darauf hin, aber hinter dieser Fassade hat die Kunst des 20. Jahrhunderts begonnen.

Das Gebäude war einst eine Klavierfabrik und wurde später in winzige Ateliers aus Holz zerlegt, an den Hang gebaut: vorne ein Stockwerk, hinten mehrere. Der Dichter Max Jacob soll ihm den Namen gegeben haben, Bateau-Lavoir, Waschboot, nach den Waschschiffen auf der Seine. Die Bretterwände knarrten und schwankten wie ein Schiff, und im ganzen Haus gab es nur einen einzigen Wasserhahn.

1904 zog hier ein junger Spanier ein, Anfang zwanzig und bettelarm: Pablo Picasso. Im Winter war es so kalt, dass der Tee in der Kanne gefror, erzählt man, im Sommer so heiß, dass er bei offener Tür malte. Hier entstanden die Bilder seiner Rosa Periode, Gaukler und Harlekine, und 1907 ein Bild, das alles umwarf: Les Demoiselles d'Avignon. Fünf nackte Frauen, zerlegt in kantige Flächen, zwei davon mit Gesichtern wie Masken. Selbst seine engsten Freunde waren entsetzt. Gemeinsam mit Georges Braque entwickelte Picasso daraus den Kubismus.

Und sieh dir die Nachbarn an: der Maler Juan Gris, der Holländer Kees van Dongen, die Dichter Max Jacob und Pierre Mac Orlan. Gertrude Stein stieg den Hügel herauf, um Bilder zu kaufen, Guillaume Apollinaire las seine Gedichte. 1908 gab Picasso hier ein legendäres Bankett für den Maler Henri Rousseau, genannt der Zöllner... halb Huldigung, halb Spott, mit sehr viel Wein. Rousseau, so erzählt man, nahm alles vollkommen ernst und war glücklich.

Vom Original ist kaum etwas geblieben. 1970 brannte das hölzerne Haus fast vollständig ab, kurz bevor es restauriert werden sollte. Was du siehst, wurde danach neu gebaut, und bis heute arbeiten hier Künstlerinnen und Künstler in Ateliers. Geh nun nach Osten, über die Rue Gabrielle am Hang entlang, bis sich die weiße Basilika über dir aufbaut.

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