Moulin Rouge: Cancan und Toulouse-Lautrec
Why is it significant?
Da steht sie, die rote Mühle am Boulevard de Clichy, und am Abend drehen sich ihre Flügel in Leuchtschrift. Eine Mühle, die nie ein einziges Korn gemahlen hat... sie war von Anfang an Kulisse, ein Lockruf für Nachtschwärmer.
Key Facts
| Place | Moulin Rouge: Cancan und Toulouse-Lautrec |
|---|---|
| Address | 82 Boulevard de Clichy, 75018 Paris, France |
| Geo Coordinates | 48.88410, 2.33240 |
| Part of Walk | Pinsel, Mühlen und Bohème: Der Künstlerhügel Montmartre in Paris |
| Generated | Generated |
Da steht sie, die rote Mühle am Boulevard de Clichy, und am Abend drehen sich ihre Flügel in Leuchtschrift. Eine Mühle, die nie ein einziges Korn gemahlen hat... sie war von Anfang an Kulisse, ein Lockruf für Nachtschwärmer.
Eröffnet wurde das Moulin Rouge im Oktober 1889, im Jahr der Weltausstellung und des Eiffelturms, von den Unternehmern Joseph Oller und Charles Zidler. Ihre Idee war ein Tanzpalast, in dem sich feine Herren von den Boulevards und das einfache Volk von Montmartre mischen sollten. Die Mühlenflügel waren ein Augenzwinkern zu den echten Mühlen oben auf dem Hügel, denen du später noch begegnen wirst. Im Garten stand ein riesiger Elefant aus Gips, und in seinem Bauch, so erzählt man, wurde für die Herren Bauchtanz gezeigt.
Und dann der Cancan. Röcke fliegen, Beine schnellen in die Luft, die Tänzerinnen springen in den Spagat. Der Star hieß La Goulue, die Gefräßige, weil sie, so heißt es, den Gästen im Vorbeitanzen die Gläser leer trank. Und an einem Tisch saß fast jeden Abend ein kleiner Mann mit Zeichenstift: Henri de Toulouse-Lautrec. Sein Plakat mit La Goulue hing 1891 an den Wänden von ganz Paris und veränderte die Kunst der Werbung für immer.
Toulouse-Lautrec stammte aus einer der ältesten Adelsfamilien Frankreichs. Nach zwei Beinbrüchen als Jugendlicher hörten seine Beine auf zu wachsen, und er blieb klein. Vielleicht fühlte er sich gerade deshalb unter den Außenseitern von Montmartre zu Hause. Er malte die Tänzerinnen nicht als Göttinnen, sondern müde, verschwitzt, mit harten Gesichtern im Gaslicht... wahrhaftig. Alkohol und Krankheit zerstörten ihn, er starb 1901 mit nur 36 Jahren.
Das Gebäude vor dir ist übrigens nicht mehr das von 1889: Das Original brannte 1915 ab. Doch die Flügel drehen sich weiter, und die Revue mit ihren Federn und Pailletten läuft bis heute jeden Abend. Geh jetzt die Rue Lepic hinauf, vorbei an Obstständen und Cafés, und biege rechts in die Rue des Abbesses ein, bis zu einem kleinen Platz mit einem grünen Metroeingang.