Cimetière de Montmartre: Heinrich Heines letzte Ruhestätte

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Unter der eisernen Brücke der Rue Caulaincourt, die mitten über die Gräber hinwegführt, öffnet sich das Tor des Friedhofs von Montmartre. Ein seltsamer Ort: Über dir rauscht der Verkehr, unter dir schlafen Maler, Tänzerinnen und Dichter, und zwischen den moosigen Grabmälern streifen Katzen umher.

Key Facts

PlaceCimetière de Montmartre: Heinrich Heines letzte Ruhestätte
Address20 Avenue Rachel, 75018 Paris, France
Geo Coordinates48.88530, 2.33060
Part of WalkPinsel, Mühlen und Bohème: Der Künstlerhügel Montmartre in Paris
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Unter der eisernen Brücke der Rue Caulaincourt, die mitten über die Gräber hinwegführt, öffnet sich das Tor des Friedhofs von Montmartre. Ein seltsamer Ort: Über dir rauscht der Verkehr, unter dir schlafen Maler, Tänzerinnen und Dichter, und zwischen den moosigen Grabmälern streifen Katzen umher.

Der Friedhof wurde 1825 angelegt, in einem alten Gipssteinbruch, und hier ruht ein guter Teil der Geschichten, die du heute gehört hast. Edgar Degas, der Suzanne Valadon ermutigt hatte, liegt hier, ebenso der Komponist Hector Berlioz und der Schriftsteller Stendhal. La Goulue, die Königin des Cancan, wurde später hierher umgebettet, und Dalida hat hier ihr Grab, mit einer lebensgroßen Statue.

Für uns aber gibt es hier ein ganz besonderes Grab. Heinrich Heine, 1797 in Düsseldorf geboren, kam 1831 nach Paris, ein Dichter, der der Enge und der Zensur in Deutschland entkommen wollte. Bald darauf wurden seine Schriften in Deutschland verboten. Er blieb ein Vierteljahrhundert, schrieb für deutsche Zeitungen über Frankreich und für Franzosen über Deutschland... ein Brückenbauer zwischen zwei Nachbarn, die einander selten verstanden. Die letzten acht Jahre lag er gelähmt im Bett, in seiner Matratzengruft, wie er sie nannte, und schrieb trotzdem weiter, bissig, zärtlich, unerschrocken.

Heine starb im Februar 1856 und wurde hier begraben, ohne geistliche Zeremonie, so hatte er es gewollt. Auf seinem Grab steht heute seine Büste, und darunter sein Gedicht über die Frage, die ihn sein Leben lang begleitet hatte: Wo wird einst des Wandermüden letzte Ruhestätte sein? Unter Palmen in dem Süden? Unter Linden an dem Rhein? Die Antwort gab er selbst, ganz am Ende: Immerhin, mich wird umgeben Gotteshimmel, dort wie hier.

Ein Lageplan am Eingang hilft dir, sein Grab zu finden. Und vielleicht ist das der schönste Schluss für einen Spaziergang über den Hügel der Künstler: ein Deutscher, der in Paris eine Heimat fand, umgeben von Malern, die aus Holland, Spanien, Italien und der Provinz kamen, weil diese Stadt sie alle aufgenommen hat. Leg ihm eine Blume hin, nimm dir einen Vers mit nach Hause... und lass den Montmartre hinter dir leuchten.

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