Pyramide du Louvre: Der gläserne Skandal

Why is it significant?

Da steht sie, mitten in der Cour Napoléon: eine Pyramide aus Glas und Stahl, umgeben von flachen Wasserbecken und Fontänen, und ringsum die Fassaden des Louvre wie eine steinerne Theaterkulisse. Je nach Licht ist sie silbern, himmelblau oder fast unsichtbar.

Key Facts

PlacePyramide du Louvre: Der gläserne Skandal
AddressCour Napoléon, Musée du Louvre, 75001 Paris, France
Geo Coordinates48.86100, 2.33580
Part of WalkParis unter Glas: Louvre, Palais-Royal und die Passagen Walter Benjamins
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Da steht sie, mitten in der Cour Napoléon: eine Pyramide aus Glas und Stahl, umgeben von flachen Wasserbecken und Fontänen, und ringsum die Fassaden des Louvre wie eine steinerne Theaterkulisse. Je nach Licht ist sie silbern, himmelblau oder fast unsichtbar.

Anfang der 1980er Jahre hatte der Louvre ein Problem. Zu wenig Platz, versteckte Eingänge, Besucher, die sich in endlosen Fluren verliefen, und im Nordflügel saß auch noch das Finanzministerium. Präsident François Mitterrand wollte das ändern, mit dem Projekt Grand Louvre, und er holte dafür den chinesisch-amerikanischen Architekten Ieoh Ming Pei aus New York. Peis Idee: Der Haupteingang wandert unter die Erde, in eine große Halle unter dem Hof, die alle Flügel des Museums verbindet. Die Pyramide darüber sollte nur zweierlei tun, Licht hinunterlassen und zeigen, wo es hineingeht.

Der Aufschrei war gewaltig. Eine Pyramide, ein Grabmal, vor dem Palast der Könige! Zeitungen spotteten, Petitionen kursierten, Kritiker sprachen von einem Fremdkörper im Herzen von Paris. Pei ließ, so erzählt man, ein Modell in Originalgröße aufstellen, damit die Pariser sich selbst ein Bild machen konnten. 1989 wurde der neue Eingang eröffnet, und heute kann man sich den Louvre ohne seine Pyramide kaum noch vorstellen.

Die Pyramide ist gut zwanzig Meter hoch, und ihre Hülle besteht aus 673 Glasscheiben, Rauten und Dreiecken. Hartnäckig hält sich das Gerücht, es seien genau 666, die Zahl des Tieres, und ein Bestsellerroman hat diese Legende noch einmal kräftig befeuert. Sie stimmt nicht... aber sie ist zu schön, um zu sterben. Wahr ist dagegen: Das Glas wurde eigens so hergestellt, dass es kaum einen Grünstich hat, damit die alten Fassaden dahinter in ihren echten Farben erscheinen.

Unter der Pyramide liegt eine riesige Halle, und von dort führt ein Gang zu einer zweiten, umgedrehten Pyramide, deren Spitze fast den Boden berührt. Jetzt aber geh weiter nach Westen, Richtung Tuilerien, auf einen Triumphbogen mit rosa Marmorsäulen zu, der aussieht, als stamme er direkt aus Rom. Er hat tatsächlich einmal etwas aus Italien mitgebracht... und musste es wieder hergeben.

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