Cour Carrée: Die Burg unter dem Louvre

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Komm durch das Tor in den großen quadratischen Hof, und auf einmal ist der Lärm der Rue de Rivoli verschluckt. Vier helle Fassaden umstehen dich, symmetrisch, mit Säulen, Giebeln und Figuren, in der Mitte ein runder Brunnen.

Key Facts

PlaceCour Carrée: Die Burg unter dem Louvre
AddressCour Carrée, Musée du Louvre, Rue de Rivoli, 75001 Paris, France
Geo Coordinates48.86040, 2.33910
Part of WalkParis unter Glas: Louvre, Palais-Royal und die Passagen Walter Benjamins
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Komm durch das Tor in den großen quadratischen Hof, und auf einmal ist der Lärm der Rue de Rivoli verschluckt. Vier helle Fassaden umstehen dich, symmetrisch, mit Säulen, Giebeln und Figuren, in der Mitte ein runder Brunnen. Das ist die Cour Carrée, der älteste Teil des Louvre... zumindest von dem, was du sehen kannst.

Denn das wirklich Alte liegt unter deinen Füßen. Um 1190 ließ König Philipp II. August hier eine Festung errichten, bevor er auf Kreuzzug zog. Paris sollte nach Westen geschützt sein, gegen die englischen Könige, denen damals die Normandie gehörte. In der Mitte stand ein runder Bergfried von rund dreißig Metern Höhe. Der Louvre war kein Palast und schon gar kein Museum, sondern eine Burg mit Wassergraben.

In den 1980er Jahren, beim großen Umbau, gruben Archäologen genau hier und stießen auf die Fundamente: die Mauern des Grabens, den Sockel des Bergfrieds, und in einem Brunnen sogar Bruchstücke eines vergoldeten Prunkhelms, der König Karl VI. gehört haben soll. Man hat das alles nicht wieder zugeschüttet. Im Untergeschoss des Sully-Flügels kannst du heute im Halbdunkel an den Burgmauern entlanggehen, dort, wo früher Wasser stand.

Darüber haben Generationen von Königen weitergebaut. Karl V. machte aus der Festung eine Residenz mit einer berühmten Bibliothek. Franz I. ließ 1528 den alten Turm abreißen, und ab 1546 errichtete Pierre Lescot an der Westseite das erste Stück Renaissance in Paris, mit Skulpturen von Jean Goujon. Ludwig XIII. und Ludwig XIV. vervierfachten den Hof. Und dann? Dann zog der Sonnenkönig nach Versailles, und die Baustelle blieb liegen, teils ohne Dach, für mehr als ein Jahrhundert.

In dieser Zeit nisteten sich Künstler, Händler und allerlei Untermieter in den halbfertigen Sälen ein, und im Hof wuchsen Buden und Schuppen. Erst unter Napoleon wurde das Viereck vollendet. Geh jetzt durch den Durchgang im Westflügel, unter dem Uhrturm hindurch. Was dahinter wartet, hat Paris in den 1980er Jahren heftiger gespalten als so manche Regierungskrise.

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