Comédie-Française & Place Colette: Das Haus Molières

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Auf der Place Colette funkelt dir ein Metro-Eingang entgegen, der aussieht wie eine Krone aus bunten Glasperlen. Gleich daneben erhebt sich die Fassade eines Theaters mit Säulen und Laternen: die Comédie-Française, eine der ältesten Theatertruppen der Welt, die bis heute ununterbrochen spielt.

Key Facts

PlaceComédie-Française & Place Colette: Das Haus Molières
Address1 Place Colette, 75001 Paris, France
Geo Coordinates48.86320, 2.33610
Part of WalkParis unter Glas: Louvre, Palais-Royal und die Passagen Walter Benjamins
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Auf der Place Colette funkelt dir ein Metro-Eingang entgegen, der aussieht wie eine Krone aus bunten Glasperlen. Gleich daneben erhebt sich die Fassade eines Theaters mit Säulen und Laternen: die Comédie-Française, eine der ältesten Theatertruppen der Welt, die bis heute ununterbrochen spielt.

Der Eingang heißt Kiosque des Noctambules, Kiosk der Nachtschwärmer, und der Künstler Jean-Michel Othoniel hat ihn im Jahr 2000 zum hundertsten Geburtstag der Pariser Metro gestaltet, aus Aluminium und Glas aus Murano. Der Platz trägt den Namen der Schriftstellerin Colette, die ihre letzten Lebensjahre gleich um die Ecke verbrachte, mit Blick auf den Garten des Palais-Royal. Von Arthritis geplagt, lag sie meist im Bett, schrieb und beobachtete die Spaziergänger unter ihrem Fenster.

Die Truppe der Comédie-Française gründete Ludwig XIV. im Jahr 1680, indem er zwei Pariser Ensembles zusammenlegte, darunter die frühere Truppe Molières. Molière selbst war da schon sieben Jahre tot. Am 17. Februar 1673 spielte er die Titelrolle in seinem Stück Der eingebildete Kranke, ausgerechnet einen Mann, der sich nur krank glaubt. Auf der Bühne erlitt er einen Anfall, spielte trotzdem zu Ende und starb wenige Stunden später zu Hause.

Der Sessel, in dem er an jenem Abend saß, wird im Theater bis heute aufbewahrt. Und eine alte Bühnenlegende behauptet, Molière habe dabei Grün getragen... weshalb abergläubische französische Schauspieler die Farbe Grün auf der Bühne lange gemieden haben. Kein Wunder, dass man die Comédie-Française bis heute la Maison de Molière nennt, das Haus Molières, obwohl er nie einen Fuß hineingesetzt hat. In diesem Gebäude, der Salle Richelieu, spielt die Truppe seit 1799.

Das Ensemble ist eine kleine Republik: Die festen Mitglieder, die sociétaires, teilen sich nach alter Satzung Verantwortung und Gewinn. Geh jetzt rechts am Theater vorbei durch die Arkaden in den Ehrenhof des Palais-Royal. Dort stehen schwarz-weiß gestreifte Säulen, auf die sich Kinder setzen, und dahinter beginnt ein Garten, in dem eine Revolution ihren ersten Schrei tat.

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