Arc de Triomphe du Carrousel: Napoleons geraubte Pferde

Why is it significant?

Stell dich unter den mittleren Bogen und schau nach Westen. Durch die Öffnung siehst du die Tuilerien, dahinter den Obelisken auf der Place de la Concorde, die Champs-Élysées und ganz in der Ferne den großen Arc de Triomphe.

Key Facts

PlaceArc de Triomphe du Carrousel: Napoleons geraubte Pferde
AddressPlace du Carrousel, 75001 Paris, France
Geo Coordinates48.86170, 2.33290
Part of WalkParis unter Glas: Louvre, Palais-Royal und die Passagen Walter Benjamins
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Stell dich unter den mittleren Bogen und schau nach Westen. Durch die Öffnung siehst du die Tuilerien, dahinter den Obelisken auf der Place de la Concorde, die Champs-Élysées und ganz in der Ferne den großen Arc de Triomphe. Eine Achse über Kilometer... und hier, an diesem kleineren Bogen, beginnt sie.

Dieser Bogen ist der ältere Bruder. Napoleon ließ ihn von 1806 bis 1808 von seinen Architekten Percier und Fontaine errichten, um die Siege des Jahres 1805 zu feiern, allen voran Austerlitz. Vorbild waren die Triumphbögen im antiken Rom, die Säulen sind aus rosa Marmor, und auf den Reliefs marschieren Soldaten in napoleonischen Uniformen. Er war das Prunktor zum Hof des Tuilerienpalasts, wo der Kaiser residierte.

Und oben drauf? Da standen die vier Pferde von San Marco, antike Bronzepferde, die seit dem Mittelalter die Fassade des Markusdoms in Venedig geschmückt hatten. Napoleon ließ sie 1797 nach dem Ende der Republik Venedig nach Paris abtransportieren, eine Trophäe unter vielen. Venedig wiederum hatte sie 1204 aus Konstantinopel geraubt. Kunstraub mit langer Tradition, könnte man sagen.

Nach Waterloo, 1815, holten die Österreicher die Pferde zurück, und sie kehrten nach Venedig heim. Auf dem Bogen stand plötzlich nichts mehr. 1828 setzte man eine neue Quadriga des Bildhauers François-Joseph Bosio hinauf, mit einer Friedensgöttin im Wagen. Und wo hinter dir heute Rasen wächst, stand der Tuilerienpalast, Residenz von Königen und Kaisern, bis er im Mai 1871 beim Aufstand der Kommune in Flammen aufging. Der Bogen ist das Tor zu einem Palast, den es nicht mehr gibt.

Ein Detail für Kenner: Der Louvre steht leicht schräg zu der großen Achse. Pei hat deshalb eine Reiterstatue Ludwigs XIV., einen Abguss nach Bernini, genau auf die Achse gestellt, wie ein Scharnier zwischen dem alten Palast und der langen Linie nach Westen. Geh jetzt nach Norden über die Rue de Rivoli, auf einen kleinen Platz mit einem glitzernden Metro-Eingang zu. Dort wartet das Haus Molières.

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