Pont de la Tournelle: Sainte Geneviève und ihr Bruder in Rio

Why is it significant?

Auf der Brücke wächst neben dir ein hoher, schlanker Pfeiler aus hellem Stein in den Himmel, und ganz oben steht eine schmale, strenge Frauengestalt in langem Gewand. Das ist Sainte Geneviève, die Schutzheilige von Paris.

Key Facts

PlacePont de la Tournelle: Sainte Geneviève und ihr Bruder in Rio
AddressPont de la Tournelle, 75005 Paris, France
Geo Coordinates48.85060, 2.35540
Part of WalkParis zwischen den Inseln: Île Saint-Louis, das Viertel der Domherren und die Bouquinisten der Seine
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Auf der Brücke wächst neben dir ein hoher, schlanker Pfeiler aus hellem Stein in den Himmel, und ganz oben steht eine schmale, strenge Frauengestalt in langem Gewand. Das ist Sainte Geneviève, die Schutzheilige von Paris. Und wenn du dich flussabwärts drehst, erhebt sich hinter den Bäumen der Insel das Chorhaupt von Notre-Dame, so schön wie von kaum einer anderen Stelle.

Geneviève lebte im fünften Jahrhundert, als Paris kaum mehr war als diese Inseln. Als im Jahr 451 die Hunnen unter Attila heranrückten und die Bewohner fliehen wollten, rief sie, so erzählt die Legende, die Frauen der Stadt zum Beten und Fasten auf und beschwor alle, zu bleiben. Attila zog tatsächlich an Paris vorbei, weiter nach Orléans. Seitdem gilt sie als Beschützerin der Stadt. Ihre Gebeine ruhten über tausend Jahre in einer Kirche auf dem Hügel am linken Ufer, bis Revolutionäre sie 1793 verbrannten und die Asche in die Seine warfen.

Die Statue schuf der Bildhauer Paul Landowski für die neue Brücke, die 1928 eingeweiht wurde. Und diesen Namen solltest du dir merken, denn in denselben Jahren entwarf Landowski Kopf und Hände einer Figur, die die ganze Welt kennt: die Christusstatue über Rio de Janeiro. Die strenge Geneviève hier über der Seine ist also so etwas wie die Schwester des Cristo Redentor.

Der Name der Brücke erinnert an la Tournelle, ein kleines Turmschloss am linken Ufer, an dem die mittelalterliche Stadtmauer Philipps II. August die Seine erreichte. Nachts spannte man von hier eine Kette über den Fluss, damit kein Boot unbemerkt in die Stadt gelangte. Später diente das Gebäude als Gefängnis für Galeerensträflinge, die von hier aus in Ketten zu den Häfen im Süden geführt wurden.

An der Ecke vor dir am linken Ufer steht übrigens die Tour d'Argent, ein Restaurant, das stolz behauptet, schon seit 1582 Gäste zu bewirten... ob das stimmt, darüber streiten die Historiker gern. Geh jetzt über die Brücke ans linke Ufer und dann rechts den Quai de la Tournelle entlang, flussabwärts. Bald tauchen an der Brüstung die grünen Kisten der Bouquinisten auf.

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