Saint-Louis-en-l'Île: Die Kirche mit der eisernen Uhr

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Über der schmalen Rue Saint-Louis-en-l'Île ragt eine große eiserne Uhr aus der Fassade, und darüber erhebt sich ein durchbrochener Turm aus Stein, spitz wie eine Nadel.

Key Facts

PlaceSaint-Louis-en-l'Île: Die Kirche mit der eisernen Uhr
Address19 bis Rue Saint-Louis-en-l'Île, 75004 Paris, France
Geo Coordinates48.85120, 2.35720
Part of WalkParis zwischen den Inseln: Île Saint-Louis, das Viertel der Domherren und die Bouquinisten der Seine
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Über der schmalen Rue Saint-Louis-en-l'Île ragt eine große eiserne Uhr aus der Fassade, und darüber erhebt sich ein durchbrochener Turm aus Stein, spitz wie eine Nadel. Die Kirche selbst ist von außen kaum zu erkennen, eingezwängt zwischen Wohnhäuser, mit einem Portal, das neben den Ladenschildern fast verschwindet.

Saint-Louis-en-l'Île ist die Pfarrkirche der Insel und, wie die Insel selbst, ein Kind des 17. Jahrhunderts. Die Pläne stammen von Louis Le Vau, einem der großen Architekten des Sonnenkönigs, der selbst auf der Insel wohnte. Gebaut wurde ab 1664, mit langen Unterbrechungen, geweiht erst 1726. Ihr Namenspatron ist der heilige Ludwig, König Ludwig IX., der im 13. Jahrhundert die Sainte-Chapelle bauen ließ, und nach ihm heißt auch die ganze Insel. Innen erwartet dich, was du von außen nie vermuten würdest: ein heller, festlicher Barockraum voller Gold, Marmor und Gemälde.

Die Uhr stammt von 1741 und hängt über der Straße wie ein Wirtshausschild, als wolle sie die Leute hereinlocken. Und die Straße unter ihr ist die Lebensader der Insel: ein gut halber Kilometer kleiner Läden mit Käse, Wein, Büchern und Keramik, dazu Eisdielen, vor denen sich an Sommerabenden lange Schlangen bilden. Die Bewohner der Insel nennen sich übrigens Louisiens.

Man erzählt sich, dass alteingesessene Louisiens, wenn sie über eine Brücke gehen, davon sprechen, nach Paris zu fahren... als läge die Stadt woanders. Das mag eine schöne Anekdote sein. Aber hier, ohne Metrostation, mit wenig Verkehr und mit Nachbarn, die sich beim Bäcker beim Namen grüßen, glaubst du sie sofort. Die Insel ist mitten in der Hauptstadt ein Dorf geblieben.

Bevor du weitergehst, wirf einen Blick in die Rue Poulletier, die hier von der Hauptstraße abzweigt. Ungefähr an ihrer Stelle verlief einst der Kanal, der die beiden Inselchen trennte, bevor Christophe Marie ihn zuschütten ließ. Geh jetzt durch eine der Quergassen nach Norden zum Quai d'Anjou. Dort steht ein Palais, in dem sich in den 1840er Jahren Dichter trafen, um gemeinsam eine grüne Paste zu essen... und die war nicht aus Pistazien.

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