Hôtel de Lauzun: Baudelaire und der Club der Haschischesser

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Von außen wirkt das Haus mit der Nummer 17 am Quai d'Anjou fast unscheinbar: eine ruhige Fassade, ein schweres Tor, ein Balkon mit kunstvollem Eisengitter. Doch dahinter verbirgt sich einer der prächtigsten Innenräume des 17.

Key Facts

PlaceHôtel de Lauzun: Baudelaire und der Club der Haschischesser
Address17 Quai d'Anjou, 75004 Paris, France
Geo Coordinates48.85170, 2.35880
Part of WalkParis zwischen den Inseln: Île Saint-Louis, das Viertel der Domherren und die Bouquinisten der Seine
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Von außen wirkt das Haus mit der Nummer 17 am Quai d'Anjou fast unscheinbar: eine ruhige Fassade, ein schweres Tor, ein Balkon mit kunstvollem Eisengitter. Doch dahinter verbirgt sich einer der prächtigsten Innenräume des 17. Jahrhunderts in Paris, mit vergoldeten Täfelungen, bemalten Decken und Spiegeln.

Gebaut wurde das Palais in den 1650er Jahren für Charles Gruyn des Bordes, einen Finanzier, der als Heereslieferant ein Vermögen gemacht hatte. Seinen Namen verdankt es einem späteren Besitzer, dem Herzog von Lauzun, einem Höfling von legendärer Dreistigkeit. Er warb so hartnäckig um eine Cousine Ludwigs XIV., die reichste Erbin Frankreichs, dass der König ihn für zehn Jahre in eine Festung in den Alpen sperren ließ.

Im 19. Jahrhundert war das Palais heruntergekommen, hieß Hôtel Pimodan und wurde in Wohnungen aufgeteilt. Unter dem Dach zog um 1843 ein junger Mann mit teuren Anzügen und noch teureren Gewohnheiten ein: Charles Baudelaire. Er hatte gerade sein väterliches Erbe bekommen und gab es mit vollen Händen aus, für Kunst, Möbel und Kleidung. Seine entsetzte Familie stellte ihn 1844 unter Vormundschaft. Hier, in diesen Jahren, entstanden einige der Gedichte, die später in Die Blumen des Bösen erschienen.

Im Salon darunter traf sich der Club des Haschischins, der Club der Haschischesser. Der Arzt Jacques-Joseph Moreau, der die Wirkung von Drogen auf den Geist erforschte, reichte eine grüne Paste herum, und Schriftsteller wie Théophile Gautier beschrieben danach schmelzende Wände, Farben, die man hören konnte, und Minuten, die zu Jahrhunderten wurden. Baudelaire kam dazu, soll aber, so erzählt man, mehr beobachtet als gegessen haben... und schrieb später ein ganzes Buch über diese künstlichen Paradiese.

Seit 1928 gehört das Palais der Stadt Paris und ist nur selten zu besichtigen, also genieße das Geheimnis von draußen. Geh jetzt den Quai d'Anjou zurück zum Pont Marie und überquere die Brücke zum rechten Ufer. Dann wende dich nach rechts auf den Quai des Célestins. Von dort drüben siehst du die Insel so, wie ihre Erbauer sie gesehen haben wollten.

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