Wittelsbacherbrunnen am Lenbachplatz

Why is it significant?

Bleib am Rand des Lenbachplatzes stehen, zwischen Trambahngleisen und hupenden Autos, und schau auf das Wasser, das hier in breiten Kaskaden über steinerne Kanten fällt. Links reitet ein nackter junger Mann auf einem Wasserross und stemmt einen schweren Felsbrocken über den Kopf.

Key Facts

PlaceWittelsbacherbrunnen am Lenbachplatz
AddressLenbachplatz, 80333 München, Germany
Geo Coordinates48.14130, 11.56930
Part of WalkIsar-Athen: Königsplatz, Pinakotheken und das Kunstareal in München
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Bleib am Rand des Lenbachplatzes stehen, zwischen Trambahngleisen und hupenden Autos, und schau auf das Wasser, das hier in breiten Kaskaden über steinerne Kanten fällt. Links reitet ein nackter junger Mann auf einem Wasserross und stemmt einen schweren Felsbrocken über den Kopf. Rechts sitzt eine Frau auf einem Wasserstier und reicht dir eine Schale. Das ist der Wittelsbacherbrunnen... und er ist der perfekte Auftakt für einen Spaziergang durch Münchens Kunstviertel, weil er im Grunde ein Denkmal für Wasserrohre ist.

Denn das München des 19. Jahrhunderts war keine saubere Stadt. Brunnenwasser und Abwasser kamen sich viel zu nahe, und Typhus und Cholera kehrten immer wieder zurück. Der Hygieniker Max von Pettenkofer predigte so lange Kanäle, Schlachthof und frisches Wasser, bis die Stadt nachgab. Ab 1883 floss Quellwasser aus dem Mangfalltal in die Leitungen, und die Seuchen gingen zurück. Als Dank und als Triumph bekam die Stadt diesen Brunnen, geschaffen von Adolf von Hildebrand und 1895 vollendet.

Schau dir die beiden Figuren noch einmal an: Sie zeigen die zwei Gesichter des Wassers. Der junge Mann mit dem Felsblock ist die zerstörerische Kraft, Hochwasser und Sturm. Die Frau mit der Schale ist die segensreiche Kraft, das Wasser, das ernährt und heilt. Hildebrand war nicht nur Bildhauer, sondern auch Theoretiker. Sein Buch über das Problem der Form in der bildenden Kunst, 1893 erschienen, lasen Generationen von Kunststudenten. Er wollte Ruhe und Klarheit statt Schnörkel... und mitten im Neubarock der Gründerzeit war das fast eine Provokation.

Der Platz hinter dir trägt den Namen von Franz von Lenbach, dem Malerfürsten, der Kaiser, Päpste und Bismarck porträtierte. Das prächtige Künstlerhaus am Südende des Platzes hat er um 1900 für die Münchner Künstlerschaft durchgesetzt. Seine eigene Villa steht ein paar hundert Meter weiter... wir werden ihn dort besuchen.

Um 1900 war München eine der großen Kunststädte Europas, und Thomas Mann begann eine Erzählung mit drei berühmten Wörtern: München leuchtete. Genau dieses Leuchten suchen wir heute. Geh jetzt über die Ampel nach Westen und dann in den Alten Botanischen Garten, bis du vor einem steinernen Riesen mit Dreizack stehst.

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