Augustiner-Stammhaus: Das älteste Bier der Stadt
Why is it significant?
Du stehst in der Fußgängerzone vor einer Fassade, die so prächtig ist, dass man sie eher für ein Theater halten würde. Über dem Eingang prangt der Name Augustiner, und durch die Tür siehst du lange Holztische, gewölbte Decken und Kellner, die ein Dutzend Maßkrüge auf einmal tragen.
Key Facts
| Place | Augustiner-Stammhaus: Das älteste Bier der Stadt |
|---|---|
| Address | Neuhauser Straße 27, 80331 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.13840, 11.56880 |
| Part of Walk | Weißwurst, Weißbier und Viktualien: Münchens Altstadt zum Schmecken |
| Generated | Generated |
Du stehst in der Fußgängerzone vor einer Fassade, die so prächtig ist, dass man sie eher für ein Theater halten würde. Über dem Eingang prangt der Name Augustiner, und durch die Tür siehst du lange Holztische, gewölbte Decken und Kellner, die ein Dutzend Maßkrüge auf einmal tragen.
Augustiner ist die älteste Brauerei Münchens, und ihre Geschichte beginnt nicht bei Brauern, sondern bei Mönchen. Die Augustinermönche brauten schon 1328 in ihrem Kloster nahe der Frauenkirche, ein paar hundert Meter von hier. Als die Klöster 1803 aufgelöst wurden, ging die Brauerei an den Staat und dann in private Hände, und der Name blieb.
Bier war in Bayern immer Sache der Obrigkeit. München erließ schon 1487 unter Herzog Albrecht dem Vierten eine Vorschrift, dass Bier nur aus Gerste, Hopfen und Wasser gebraut werden durfte. 1516 folgte in Ingolstadt das berühmte bayerische Reinheitsgebot für das ganze Land. Hefe kam in diesen Texten übrigens gar nicht vor... man kannte sie noch nicht als das, was sie ist, auch wenn sie längst ihre Arbeit tat. Und das Gebot war auch Brotpolitik: Weizen und Roggen sollten für das Brot bleiben und nicht in den Braukessel wandern.
Das Haus vor dir war lange selbst Brauerei, bis die Produktion im 19. Jahrhundert hinaus in die Landsberger Straße zog. Danach wurde es 1896 und 1897 vom Architekten Emanuel von Seidl zu einer prachtvollen Gaststätte umgebaut, mit einem Arkadenhof und einem Saal, dessen Wände mit Muscheln verziert sind. Schau dich drinnen um, das ist Historismus mit einem Augenzwinkern. Seidl war einer der gefragtesten Architekten der Prinzregentenzeit, und hier durfte er zeigen, wie festlich ein Bierlokal sein kann.
Und dann das Bier aus dem Holzfass: Im Stammhaus wird es noch aus großen Holzfässern gezapft, für viele Münchner das einzig wahre Augustiner. Die Brauerei ist berühmt dafür, kaum Werbung zu machen, und gehört heute mehrheitlich einer Stiftung. Jetzt folge der Fußgängerzone nach Osten, die Kaufingerstraße entlang bis zum Marienplatz. Unter dem Neuen Rathaus endet unsere Runde, im Keller.