Weisses Bräuhaus im Tal: Schneiders Weißbier
Why is it significant?
Stell dich auf die Straße namens Tal und schau auf das Haus mit der großen Aufschrift Weisses Bräuhaus. Drinnen klappern Teller, auf den Tischen stehen hohe, geschwungene Gläser mit trübem, goldenem Bier, und daneben dampft eine Schüssel mit Weißwürsten.
Key Facts
| Place | Weisses Bräuhaus im Tal: Schneiders Weißbier |
|---|---|
| Address | Tal 7, 80331 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.13640, 11.57840 |
| Part of Walk | Weißwurst, Weißbier und Viktualien: Münchens Altstadt zum Schmecken |
| Generated | Generated |
Stell dich auf die Straße namens Tal und schau auf das Haus mit der großen Aufschrift Weisses Bräuhaus. Drinnen klappern Teller, auf den Tischen stehen hohe, geschwungene Gläser mit trübem, goldenem Bier, und daneben dampft eine Schüssel mit Weißwürsten. Die Straße heißt übrigens wirklich nur Tal, ganz ohne Zusatz, weil sie vom Marienplatz sanft hinunter zum Isartor führt, auf der alten Salzstraße, die einst den Reichtum der Stadt brachte.
Weißbier war in Bayern lange etwas ganz Besonderes, nämlich ein Privileg. Seit dem frühen 17. Jahrhundert durfte es nur der Landesherr brauen lassen, und das Weißbiermonopol füllte den Wittelsbachern jahrhundertelang die Kassen. Im 19. Jahrhundert aber kam das Weißbier aus der Mode. Die Leute wollten das neue, klare, kühle Lagerbier, und das alte Weizenbier galt als Getränk von gestern.
Genau da tritt ein Mann auf, der an das Unmoderne glaubte: Georg Schneider. Er hatte das Weißbier im Hofbräuhaus gepachtet, und 1872 erwarb er vom Königshaus das Recht, selbst Weißbier zu brauen. Im selben Jahr übernahm er eine alte Brauerei hier im Tal. Man hätte ihn für verrückt halten können... aber er behielt recht, und sein Weißbier überlebte die Mode, die es fast begraben hätte.
Im Zweiten Weltkrieg trafen Bomben auch dieses Haus, und die Braustätte in München wurde zerstört. Die Familie verlegte das Brauen ganz nach Kelheim an der Donau, wo sie schon vorher eine Brauerei besaß. Das Haus im Tal blieb, was es heute ist: ein Wirtshaus mit langen Tischen, an denen sich Handwerker, Familien und Touristen ganz selbstverständlich zusammensetzen.
Und dann das Ritual: Weißwürste isst man in München mit süßem Senf und einer Breze, und dazu gehört ein Weißbier, auch am Vormittag, ohne schlechtes Gewissen. Die ganz Strengen zuzeln die Wurst aus der Haut, statt sie zu schneiden. Probier es ruhig, keiner lacht... jedenfalls nicht laut. Jetzt geh ein paar Schritte zurück Richtung Marienplatz und dann links den kleinen Hügel hinauf zum Kirchturm, den die Münchner liebevoll Alter Peter nennen.