Alter Peter: Der Turm über dem Markt
Why is it significant?
Leg den Kopf in den Nacken: Über dir ragt der Turm von St. Peter auf, und ganz oben drängen sich winzige Gestalten an der Brüstung. Das ist der Alte Peter, die älteste Pfarrkirche Münchens, und der kleine Buckel, auf dem du stehst, heißt bis heute Petersbergl.
Key Facts
| Place | Alter Peter: Der Turm über dem Markt |
|---|---|
| Address | Rindermarkt 1, 80331 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.13650, 11.57600 |
| Part of Walk | Weißwurst, Weißbier und Viktualien: Münchens Altstadt zum Schmecken |
| Generated | Generated |
Leg den Kopf in den Nacken: Über dir ragt der Turm von St. Peter auf, und ganz oben drängen sich winzige Gestalten an der Brüstung. Das ist der Alte Peter, die älteste Pfarrkirche Münchens, und der kleine Buckel, auf dem du stehst, heißt bis heute Petersbergl.
Auf dieser leichten Anhöhe sollen schon vor der Gründung der Stadt Mönche gesiedelt haben. Von ihnen hat München seinen Namen: bei den Mönchen, ze den Munichen. Und das Münchner Kindl im Stadtwappen ist ursprünglich ein kleiner Mönch in Kutte, kein Kind. Die Stadt selbst gilt seit 1158 als gegründet, als Heinrich der Löwe hier einen Markt und eine Brücke über die Isar anlegte. Er wollte am Salzhandel verdienen, und dafür brauchte er genau das, was du gleich unten am Markt siehst: Händler, Kunden und Zoll.
Markt ist das Stichwort. Der Platz zu deinen Füßen heißt Rindermarkt, und das ist wörtlich gemeint: Hier wurde früher Vieh gehandelt. Rund um den Alten Peter lag jahrhundertelang der Bauch der Stadt, mit Metzgern, Bäckern und Händlern. Wenn du die gut dreihundert Stufen auf den Turm steigst, siehst du unter dir das bunte Dächermeer des Viktualienmarkts, und dahinter, bei Föhn, die Alpen.
Drinnen wartet eine der seltsamsten Figuren der Stadt. In einem gläsernen Schrein liegt das Skelett der heiligen Munditia, über und über mit Gold, Perlen und Edelsteinen geschmückt, die leeren Augenhöhlen mit Glas gefüllt. Die Gebeine kamen im 17. Jahrhundert aus den römischen Katakomben nach München. Manche Besucher erschrecken, andere bleiben fasziniert stehen... gleichgültig ist hier kaum jemand. Solche geschmückten Katakombenheiligen waren im Barock in Bayern beliebt, als sichtbarer Trost, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.
Im Zweiten Weltkrieg wurde St. Peter schwer beschädigt. Die Münchner haben ihren Alten Peter nach dem Krieg wieder aufgebaut, weil die Stadt ohne ihn einfach nicht vollständig gewesen wäre. Bis heute gilt in der Altstadt eine Art ungeschriebenes Gesetz: Kein neues Haus soll den alten Kirchtürmen die Schau stehlen. Jetzt geh die Treppe auf der Südseite hinunter, direkt hinein in das Gewimmel der Stände. Dort unten steht der Maibaum.