Hofbräuhaus am Platzl: Das Bier des Herzogs

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Hör zu: Schon draußen am Platzl dringt Blasmusik durch die Fenster, und durch die Tür quillt ein Stimmengewirr in zwanzig Sprachen. Das Hofbräuhaus ist so berühmt, dass viele Münchner so tun, als würden sie nie hineingehen... und dann sitzen sie doch am Stammtisch.

Key Facts

PlaceHofbräuhaus am Platzl: Das Bier des Herzogs
AddressPlatzl 9, 80331 München, Germany
Geo Coordinates48.13760, 11.58000
Part of WalkWeißwurst, Weißbier und Viktualien: Münchens Altstadt zum Schmecken
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Hör zu: Schon draußen am Platzl dringt Blasmusik durch die Fenster, und durch die Tür quillt ein Stimmengewirr in zwanzig Sprachen. Das Hofbräuhaus ist so berühmt, dass viele Münchner so tun, als würden sie nie hineingehen... und dann sitzen sie doch am Stammtisch. Denn trotz aller Reisebusse ist es ein echtes Münchner Wirtshaus geblieben, mit Stammgästen, die seit Jahrzehnten an denselben Tischen sitzen.

Die Geschichte beginnt mit einem Sparprogramm. Der bayerische Hof trank im 16. Jahrhundert gern Bier aus Einbeck in Niedersachsen, und das war teuer. Also gründete Herzog Wilhelm der Fünfte 1589 eine eigene Hofbrauerei, zunächst im Alten Hof, ein paar Gassen von hier. Aus dem Einbecker Bier wurde übrigens im Münchner Mund das Wort Bock... so jedenfalls die gängige Erklärung für den Namen des starken Bockbiers.

Sein Sohn Maximilian der Erste ließ dann am Platzl ein eigenes Brauhaus für Weißbier errichten, denn das Weißbier war damals ein lukratives Monopol des Herzogs. Lange war das Hofbräuhaus vor allem eine Brauerei, in der auch ausgeschenkt wurde. Erst als die Brauerei Ende des 19. Jahrhunderts aus der Altstadt hinaus über die Isar zog, wurde das Gebäude 1896 und 1897 zu dem Bierpalast umgebaut, den du heute siehst, mit Schwemme, Festsaal und Biergarten im Hof.

Zur Geschichte dieses Hauses gehört auch ein dunkles Kapitel. Im Februar 1920 verkündete Adolf Hitler im Festsaal oben das Parteiprogramm der NSDAP, vor etwa zweitausend Menschen. München wurde später zur sogenannten Hauptstadt der Bewegung. Es ist gut, das zu wissen, wenn man hier sitzt: Das Wirtshaus war damals ein Versammlungsort für alles, was laut war, und gerade das machte es gefährlich.

Achte drinnen auf die verschlossenen Fächer an der Wand: Stammgäste bewahren dort ihre eigenen Maßkrüge auf, manche seit Jahrzehnten. Ein eigener Krug im Hofbräuhaus ist in München fast so etwas wie ein Adelstitel. Jetzt geh vom Platzl die Orlandostraße hinunter bis ins Tal. Dort zeige ich dir, wer den Wittelsbachern ihr Weißbier am Ende abgekauft hat.

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