Viktualienmarkt: Maibaum, Karl Valentin und Heilig Geist
Why is it significant?
Jetzt bist du mittendrin: Stände mit Bergen von Radieschen, Käselaibe, Honiggläser, Blumen, ein Duft von geräuchertem Fisch und frisch gebackenem Brot. Und in der Mitte, hoch über allem, ragt der weiß-blaue Maibaum mit seinen geschnitzten Figuren auf.
Key Facts
| Place | Viktualienmarkt: Maibaum, Karl Valentin und Heilig Geist |
|---|---|
| Address | Viktualienmarkt 3, 80331 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.13510, 11.57610 |
| Part of Walk | Weißwurst, Weißbier und Viktualien: Münchens Altstadt zum Schmecken |
| Generated | Generated |
Jetzt bist du mittendrin: Stände mit Bergen von Radieschen, Käselaibe, Honiggläser, Blumen, ein Duft von geräuchertem Fisch und frisch gebackenem Brot. Und in der Mitte, hoch über allem, ragt der weiß-blaue Maibaum mit seinen geschnitzten Figuren auf.
Der Viktualienmarkt hat einen lateinischen Namen, denn victualia heißt einfach Lebensmittel. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Marienplatz gehandelt, doch dort war es zu eng geworden. 1807 ordnete König Max der Erste Joseph an, den Markt hierher zu verlegen, und er wuchs Stück für Stück auf das Gelände des alten Heilig-Geist-Spitals. Die Kirche des Spitals steht noch, gleich da drüben Richtung Tal: eine gotische Hallenkirche, die im 18. Jahrhundert von den Brüdern Asam barock ausgestaltet wurde.
Schau dir den Maibaum genau an: Die kleinen Figuren an den Querbalken zeigen Handwerke und Zünfte, die diese Stadt ernährt und getränkt haben. Um so einen Baum ranken sich in Bayern ernste Rituale, denn wer einem anderen Ort den Maibaum stiehlt, bekommt ihn nur gegen eine ordentliche Brotzeit zurück. Im Biergarten nebenan wird Bier aus Münchner Brauereien ausgeschenkt, und zwar abwechselnd, damit keine zu kurz kommt.
Und dann die Brunnen. Zwischen den Ständen stehen kleine Brunnenfiguren für die Münchner Volkssänger, für Liesl Karlstadt, Weiß Ferdl und andere. Der bekannteste zeigt Karl Valentin, den großen Komiker, der 1948 starb, ziemlich verarmt. Sein Brunnen kam schon 1953. In der Hand der Figur stecken oft frische Blumen, ein stiller Gruß seiner Verehrer. Valentin hatte zu Lebzeiten Spott und Not erlebt, und erst nach seinem Tod hat ihn München so richtig ins Herz geschlossen.
Valentin hat einmal sinngemäß gesagt, dass alles schon gesagt sei, nur noch nicht von allen. Auf diesem Markt merkt man, dass er recht hatte: Jeder Standler hat seine eigene Meinung zum richtigen Radi und zur besten Weißwurst, und die Marktfrauen vom Viktualienmarkt sind für ihren trockenen Humor so berühmt wie für ihre Ware. Geh jetzt an der Südwestecke des Marktes zur langen Halle aus Eisen und Glas an der Blumenstraße.