Schrannenhalle: Der Kornmarkt aus Eisen und Glas
Why is it significant?
Vor dir streckt sich eine lange Halle aus Gusseisen und Glas, mit schlanken Säulen und hohen Fenstern, die mitten in der Altstadt fast wie ein kleiner Bahnhof wirkt. Das ist die Schrannenhalle, und sie hat eine erstaunliche Geschichte vom Verschwinden und Wiederauftauchen.
Key Facts
| Place | Schrannenhalle: Der Kornmarkt aus Eisen und Glas |
|---|---|
| Address | Viktualienmarkt 15, 80331 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.13430, 11.57450 |
| Part of Walk | Weißwurst, Weißbier und Viktualien: Münchens Altstadt zum Schmecken |
| Generated | Generated |
Vor dir streckt sich eine lange Halle aus Gusseisen und Glas, mit schlanken Säulen und hohen Fenstern, die mitten in der Altstadt fast wie ein kleiner Bahnhof wirkt. Das ist die Schrannenhalle, und sie hat eine erstaunliche Geschichte vom Verschwinden und Wiederauftauchen.
Eine Schranne war in Bayern ein Getreidemarkt. Jahrhundertelang wurde Münchens Korn mitten auf dem Hauptplatz gehandelt, der darum Schrannenplatz hieß. Erst als der Handel 1853 in eine neue Halle hierher an die Blumenstraße umzog, bekam der Platz seinen heutigen Namen: Marienplatz. Das Brot einer ganzen Stadt hing an diesem Handel, und wenn das Korn knapp und teuer wurde, war die Stimmung in den Gassen schnell gereizt. Kein Wunder, dass die Obrigkeit den Markt streng überwachte, mit geeichten Maßen und festen Regeln.
Die neue Schranne war ein Wunderwerk ihrer Zeit, eine Konstruktion aus vorgefertigten Eisenteilen, mehrere hundert Meter lang, ganz im Geist der großen Glaspaläste. Bauern brachten ihr Getreide mit Fuhrwerken in die Stadt, Händler prüften die Körner zwischen den Fingern, und gefeilscht wurde laut. Die Halle war auch ein Statement: München, die Residenzstadt der Könige, wollte zeigen, dass sie mit der modernen Technik ihrer Zeit mithalten konnte.
Doch die Eisenbahn veränderte den Getreidehandel, die Schranne verlor ihre Bedeutung, und 1932 vernichtete ein Brand große Teile der Halle. Was übrig war, wurde abgetragen, und für Jahrzehnte war die Schrannenhalle nur noch eine Erinnerung. Dann die Überraschung: Teile der alten Eisenkonstruktion hatten überlebt. Sie wurden wiedergefunden, restauriert, und 2005 stand ein Abschnitt der Halle wieder an seinem alten Platz.
Wenn du hineingehst, schau auf die Säulen und die Gitterträger, denn ein guter Teil davon ist tatsächlich original aus dem 19. Jahrhundert. Heute wird darin wieder gegessen und eingekauft, und so ist der Ort, an dem früher das Korn gehandelt wurde, zurückgekehrt zu dem, wofür er gebaut war: Lebensmittel. Geh nun ein paar Schritte nach Westen, über die Blumenstraße hinweg zum offenen Sankt-Jakobs-Platz.