Synagoge Ohel Jakob am Sankt-Jakobs-Platz
Why is it significant?
Vor dir steht ein Bau aus grobem, hellem Travertin, fest und schwer wie eine Mauer, und darauf sitzt ein leuchtender Würfel aus Glas, umhüllt von einem feinen Bronzenetz. Der Stein unten erinnert an den Tempel in Jerusalem, das Glas oben an das Zelt, in dem das Volk Israel durch die Wüste zog.
Key Facts
| Place | Synagoge Ohel Jakob am Sankt-Jakobs-Platz |
|---|---|
| Address | St.-Jakobs-Platz 18, 80331 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.13450, 11.57270 |
| Part of Walk | München 1933–1945: NS-Zeit, Widerstand und die Weiße Rose |
| Generated | Generated |
Vor dir steht ein Bau aus grobem, hellem Travertin, fest und schwer wie eine Mauer, und darauf sitzt ein leuchtender Würfel aus Glas, umhüllt von einem feinen Bronzenetz. Der Stein unten erinnert an den Tempel in Jerusalem, das Glas oben an das Zelt, in dem das Volk Israel durch die Wüste zog. Festigkeit und Aufbruch in einem Haus.
Das ist Ohel Jakob, das Zelt Jakobs, die Hauptsynagoge der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Den Namen trug schon die orthodoxe Synagoge in der Herzog-Rudolf-Straße, die in der Pogromnacht 1938 zerstört wurde. Eingeweiht wurde der neue Bau am 9. November 2006, auf den Tag genau 68 Jahre nach dem Pogrom. Zum Ensemble gehören ein Gemeindezentrum und das Jüdische Museum München.
Schon die Grundsteinlegung am 9. November 2003 stand unter einem dunklen Schatten. Die Polizei hatte kurz zuvor eine Gruppe Neonazis festgenommen, die einen Sprengstoffanschlag auf die Feier plante. Die Täter wurden verurteilt. Bis heute steht vor der Synagoge Polizei, und das ist eine Realität, über die man nicht hinwegsehen sollte.
Unter dem Platz verbindet ein unterirdischer Gang das Gemeindezentrum mit der Synagoge. Man nennt ihn den Gang der Erinnerung. An seinen Wänden stehen die Namen der Münchner Jüdinnen und Juden, die in der Shoah ermordet wurden, Tausende Namen, einer nach dem anderen. Wer zum Gottesdienst geht, geht an ihnen vorbei.
Und trotzdem ist dieser Platz kein Ort der Trauer allein. Kinder spielen hier, Menschen trinken Kaffee, Besucher gehen ins Museum, und an Feiertagen ist die Synagoge voll. Nach dem langen Weg vom Siegestor über die Universität, die Gestapo-Zentrale, den Gerichtssaal und den leeren Platz der alten Synagoge endet unser Spaziergang hier, mitten in der Stadt, bei jüdischem Leben, das zurückgekommen ist. Erinnern heißt nicht nur zurückschauen... es heißt auch, diesen Platz offen und sicher zu halten. Danke, dass du diesen Weg mitgegangen bist. Pfiad di.