Asamkirche: Barock in der Sendlinger Straße

Why is it significant?

Mitten in der Ladenzeile der Sendlinger Straße wächst plötzlich eine Kirchenfassade aus groben Felsen empor, eingezwängt zwischen zwei Bürgerhäusern und kaum breiter als ein Wohnhaus. Nach so viel Essen gönnen wir den Augen jetzt einen Nachtisch.

Key Facts

PlaceAsamkirche: Barock in der Sendlinger Straße
AddressSendlinger Straße 32, 80331 München, Germany
Geo Coordinates48.13520, 11.56950
Part of WalkWeißwurst, Weißbier und Viktualien: Münchens Altstadt zum Schmecken
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Mitten in der Ladenzeile der Sendlinger Straße wächst plötzlich eine Kirchenfassade aus groben Felsen empor, eingezwängt zwischen zwei Bürgerhäusern und kaum breiter als ein Wohnhaus. Nach so viel Essen gönnen wir den Augen jetzt einen Nachtisch. Viele Leute laufen mit Einkaufstüten daran vorbei, ohne auch nur aufzuschauen, und genau das macht sie zu einem der schönsten Geheimnisse der Altstadt.

Diese Kirche heißt eigentlich Sankt Johann Nepomuk, aber jeder in München nennt sie Asamkirche. Gebaut haben sie ab 1733 zwei Brüder: Egid Quirin Asam, Bildhauer und Stuckateur, und Cosmas Damian Asam, Maler. Egid Quirin kaufte die Grundstücke hier, wohnte gleich nebenan und baute sich die Kirche praktisch als private Hauskapelle. Von einem Fenster seines Hauses aus konnte er direkt auf den Altar schauen.

Geh hinein, und du verstehst sofort, warum Leute hier stehen bleiben und nichts mehr sagen. Der Raum ist schmal und hoch, und jeder Zentimeter ist bemalt, vergoldet, mit Stuck überzogen. Das Licht fällt von oben ein, sodass du automatisch nach oben schaust, zum Himmel, den die Brüder an die Decke gemalt haben. Es ist Theater, aber Theater mit einer Botschaft: Unten das dunkle irdische Leben, oben das Licht.

Ganz privat blieb die Kirche allerdings nicht. Die Münchner Bürger setzten durch, dass sie öffentlich zugänglich wurde, und so gehört sie bis heute allen. Geweiht ist sie dem heiligen Nepomuk, einem Priester aus Prag, der 1393 in der Moldau ertränkt wurde und seitdem als Schutzpatron der Brücken und der Verschwiegenheit gilt. Die Legende sagt, er habe sich geweigert, das Beichtgeheimnis der Königin zu verraten.

Ein Detail, das kaum jemand bemerkt: Über dem Portal steht der Heilige selbst, und darunter wirkt die Fassade, als würde der nackte Fels durch das Pflaster der Stadt brechen. Barock in einer Einkaufsstraße, das gibt es so nur einmal in München. Jetzt geh die Sendlinger Straße hinauf bis zur Fußgängerzone und dann links in die Neuhauser Straße, zum ältesten Bier der Stadt.

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