Sankt-Jakobs-Platz: Stadtmuseum und Jakobidult

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Auf einmal wird es ruhiger: Der Lärm des Marktes bleibt hinter dir, und du stehst auf einem weiten, hellen Platz. Auf der einen Seite das Münchner Stadtmuseum in alten Mauern, auf der anderen ein Würfel aus rauem Stein, über dem ein Kubus aus Glas und Bronze zu schweben scheint.

Key Facts

PlaceSankt-Jakobs-Platz: Stadtmuseum und Jakobidult
AddressSt.-Jakobs-Platz 1, 80331 München, Germany
Geo Coordinates48.13510, 11.57300
Part of WalkWeißwurst, Weißbier und Viktualien: Münchens Altstadt zum Schmecken
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Auf einmal wird es ruhiger: Der Lärm des Marktes bleibt hinter dir, und du stehst auf einem weiten, hellen Platz. Auf der einen Seite das Münchner Stadtmuseum in alten Mauern, auf der anderen ein Würfel aus rauem Stein, über dem ein Kubus aus Glas und Bronze zu schweben scheint.

Das Stadtmuseum steckt in Gebäuden, die einst ganz praktischen Zwecken dienten: Ein Teil war das Zeughaus der Stadt, wo Waffen lagerten, ein anderer der Marstall für die Pferde. Heute zeigt das Museum, wie München gelebt, gefeiert und gegessen hat, von der mittelalterlichen Stadt bis zum Oktoberfest und den Wirtshäusern der Gegenwart. Sein größter Schatz sind die Moriskentänzer von Erasmus Grasser, verdrehte, tanzende Holzfiguren aus dem späten 15. Jahrhundert, geschnitzt für den Festsaal des Alten Rathauses.

Auf diesem Platz fand jahrhundertelang die Jakobidult statt, ein Jahrmarkt mit Geschirr, Werkzeug, Stoffen und Süßigkeiten. Die Dult ist inzwischen über die Isar gezogen und heißt heute Auer Dult, aber der Name des Platzes erinnert noch daran, wie viel hier gehandelt und genascht wurde.

Und dann der Steinwürfel mit der gläsernen Krone. Das ist die Hauptsynagoge Ohel Jakob, eröffnet am 9. November 2006, auf den Tag 68 Jahre nach der Pogromnacht. Die alte Hauptsynagoge der Stadt war schon im Juni 1938 auf Befehl der Nationalsozialisten abgerissen worden. Mit Ohel Jakob, dem Jüdischen Museum und dem Gemeindezentrum ist jüdisches Leben wieder mitten in die Altstadt zurückgekehrt, sichtbar, selbstbewusst und mit allem, was dazugehört, auch mit koscherer Küche.

Achte auf den Kontrast: unten der grobe Stein, der an die Klagemauer erinnern soll, oben das leichte Glas, das Licht hereinlässt. Schwere Erinnerung und Zuversicht, in einem einzigen Gebäude. Ein unterirdischer Gang verbindet Synagoge und Gemeindezentrum, und die Namen der ermordeten Münchner Juden sind dort an den Wänden zu lesen. Geh jetzt nach Westen zur Sendlinger Straße und dort ein paar Schritte nach links. Gleich siehst du eine Kirchenfassade, die aus dem Felsen zu wachsen scheint.

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