Karolinenplatz und der Obelisk
Why is it significant?
Mitten im Kreisverkehr, umkreist von Trambahnen, Radlern und Taxis, ragt ein schwarzer Obelisk knapp dreißig Meter in den Himmel. Er ist nicht aus Stein, wie die ägyptischen Vorbilder, sondern aus Metall gegossen, und deshalb wirkt er so dunkel und so schwer.
Key Facts
| Place | Karolinenplatz und der Obelisk |
|---|---|
| Address | Karolinenplatz, 80333 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.14440, 11.56940 |
| Part of Walk | Isar-Athen: Königsplatz, Pinakotheken und das Kunstareal in München |
| Generated | Generated |
Mitten im Kreisverkehr, umkreist von Trambahnen, Radlern und Taxis, ragt ein schwarzer Obelisk knapp dreißig Meter in den Himmel. Er ist nicht aus Stein, wie die ägyptischen Vorbilder, sondern aus Metall gegossen, und deshalb wirkt er so dunkel und so schwer.
Der Karolinenplatz war das Tor zu einem neuen Stadtteil. Ab 1808 legte Karl von Fischer hier die Maxvorstadt an, mit Straßen, die sternförmig von diesem Rondell ausgehen, und benannte den Platz nach Königin Karoline. Wer damals aus der engen Altstadt kam, betrat hier eine Stadt am Reißbrett, breit, hell und klassisch. Hier bauten sich Adelige und Bankiers ihre Palais, und wer etwas auf sich hielt, wohnte an der Brienner Straße.
Den Obelisken entwarf Leo von Klenze, und 1833 wurde er enthüllt. Die Inschrift widmet ihn den dreißigtausend Bayern, die im russischen Krieg den Tod fanden. Gemeint ist 1812: Bayern war damals Verbündeter Napoleons und musste Zehntausende Soldaten für dessen Feldzug nach Moskau stellen. Die allermeisten kamen nicht zurück, sie verhungerten, erfroren oder fielen auf dem Rückzug durch den russischen Winter.
Und jetzt das Paradox. Napoleon hatte Bayern 1806 zum Königreich gemacht, ohne ihn gäbe es keinen König Ludwig. Doch schon 1813 wechselte Bayern die Seiten und kämpfte gegen ihn. Ludwig selbst, der Bauherr dieses Denkmals, hatte Napoleon immer verabscheut, obwohl er als Kronprinz selbst bayerische Truppen in Napoleons Kriegen führen musste. So steht hier ein Mahnmal für Männer, die für den Feind von morgen gestorben sind... errichtet von einem König, der diesen Feind nie leiden konnte.
Achte auf die Achse: Die Brienner Straße läuft von der Altstadt durch diesen Platz direkt auf den Königsplatz zu. Für Ludwig war das eine Prachtstraße, eine Bühne für sein Isar-Athen. Den weißen Würfel, an dem du gleich vorbeikommst, heben wir uns übrigens für einen anderen Spaziergang auf... er erzählt eine dunklere Geschichte dieser Straße. Geh nun die Brienner Straße nach Westen, und auf der linken Seite tauchen gleich die Säulen eines griechischen Tempels auf.