NS-Dokumentationszentrum am Ort des Braunen Hauses
Why is it significant?
Vor dir steht ein schlichter weißer Würfel aus hellem Beton, mit großen Fensteröffnungen hinter feinen Lamellen. Zwischen den wuchtigen Steinbauten der NS-Zeit wirkt er fast unscheinbar, und trotzdem ist er der wichtigste Bau an dieser Kreuzung. Das ist das NS-Dokumentationszentrum München.
Key Facts
| Place | NS-Dokumentationszentrum am Ort des Braunen Hauses |
|---|---|
| Address | Max-Mannheimer-Platz 1, 80333 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.14530, 11.56790 |
| Part of Walk | München 1933–1945: NS-Zeit, Widerstand und die Weiße Rose |
| Generated | Generated |
Vor dir steht ein schlichter weißer Würfel aus hellem Beton, mit großen Fensteröffnungen hinter feinen Lamellen. Zwischen den wuchtigen Steinbauten der NS-Zeit wirkt er fast unscheinbar, und trotzdem ist er der wichtigste Bau an dieser Kreuzung. Das ist das NS-Dokumentationszentrum München.
Genau an dieser Stelle stand das sogenannte Braune Haus. Ursprünglich war es ein klassizistisches Stadtpalais, das Palais Barlow, das die NSDAP 1930 kaufte und zu ihrer Parteizentrale umbaute. Von hier aus wurde die Partei geführt, lange bevor sie in Berlin an der Macht war. Im Krieg wurde das Gebäude durch Bomben schwer beschädigt, und nach 1945 räumte man die Reste ab. Jahrzehntelang lag hier eine leere Fläche, über die kaum jemand sprach.
Es hat sehr lange gedauert, bis München sich dieser Geschichte stellte. Die Stadt, die sich so gern als weltoffen und gemütlich sah, war der Ort, an dem die Bewegung entstand, die Europa in den Abgrund führte. Erst am 30. April 2015, genau siebzig Jahre nachdem amerikanische Truppen München erreicht hatten, öffnete das Dokumentationszentrum. Die Ausstellung erzählt nüchtern, wie die NSDAP hier aufstieg, wer sie unterstützte, wer verfolgt wurde und wie die Stadt nach dem Krieg mit dieser Last umging.
Geh hinein und fahr nach oben, und von den großen Fenstern aus siehst du die Orte, über die du drinnen liest: den Königsplatz, den Führerbau, die Sockel der Ehrentempel. Das Haus schaut der Geschichte buchstäblich in die Augen. Der Platz vor dir trägt heute den Namen von Max Mannheimer, einem Überlebenden von Auschwitz und Dachau, der jahrzehntelang mit Schülern über das Erlebte sprach.
Mannheimer hat oft gesagt, die jungen Menschen seien nicht verantwortlich für das, was geschah, aber dafür, dass es nicht wieder geschieht. Mit diesem Satz im Kopf geht es weiter. Geh nun nach Süden Richtung Alter Botanischer Garten und an ihm entlang, bis vor dir an der Elisenstraße ein mächtiger Bau mit einer gläsernen Kuppel auftaucht.