Dallmayr: Der Feinkostladen in der Dienerstraße
Why is it significant?
Riech mal. Noch bevor du die schwere Tür in der Dienerstraße aufdrückst, weht dir gerösteter Kaffee entgegen, und dahinter wartet ein Laden, der eher an einen Salon erinnert als an ein Geschäft.
Key Facts
| Place | Dallmayr: Der Feinkostladen in der Dienerstraße |
|---|---|
| Address | Dienerstraße 14, 80331 München, Germany |
| Geo Coordinates | 48.13830, 11.57730 |
| Part of Walk | Weißwurst, Weißbier und Viktualien: Münchens Altstadt zum Schmecken |
| Generated | Generated |
Riech mal. Noch bevor du die schwere Tür in der Dienerstraße aufdrückst, weht dir gerösteter Kaffee entgegen, und dahinter wartet ein Laden, der eher an einen Salon erinnert als an ein Geschäft. Marmor, dunkles Holz, Vitrinen voller Würste, Käse, Pralinen und Dinge, deren Namen man erst nachschlagen muss.
Die Wurzeln dieses Hauses reichen bis ins Jahr 1700 zurück, in eine Zeit, in der Kaffee in München noch ein exotischer Luxus war. Den Namen, den heute halb Deutschland von Kaffeepackungen kennt, bekam es erst 1870, als Alois Dallmayr das Geschäft übernahm. Und das Erstaunliche: Dallmayr selbst blieb gar nicht lange. 1895 kaufte Anton Randlkofer den Laden, und unter ihm und seiner Familie wurde daraus das Delikatessenhaus, wie wir es kennen... den berühmten Namen haben sie einfach behalten.
Um 1900 war Dallmayr das Fenster Münchens zur Welt. Erzählt wird, dass man hier als einer der Ersten in der Stadt Bananen und andere Südfrüchte kaufen konnte, zu einer Zeit, als die meisten Münchner so etwas nur aus Büchern kannten. Das Haus wurde königlich bayerischer Hoflieferant, und mit dem Titel kamen Kunden aus dem Adel, aus dem Bürgertum und aus den Grandhotels der Stadt. Wer zum Fest etwas Besonderes auf den Tisch stellen wollte, ging in die Dienerstraße.
Schau dir die Kaffeeabteilung an: Die bemalten Porzellangefäße, aus denen der Kaffee abgefüllt wird, sind beinahe so berühmt wie der Kaffee selbst. Kaffee ist bis heute das Herzstück des Hauses, und an der Theke wird er abgewogen, als ginge es um Edelsteine. Im Haus selbst geht es dagegen zu wie in einem alten Kaufmannsladen, nur eben in sehr feiner Ausführung: Man lässt sich beraten, man probiert, man plaudert.
Und noch etwas, das kaum jemand bemerkt: Gegenüber ragt die Rückseite des Neuen Rathauses auf, und die Dienerstraße war schon im Mittelalter eine der Hauptachsen der Stadt. Feinkost und Macht lagen in München immer nur ein paar Schritte auseinander. Geh jetzt die Dienerstraße weiter nach Norden bis zur Burgstraße, dann rechts über die Pfisterstraße zum Platzl. Dort wartet das berühmteste Wirtshaus der Welt.