Museo Reina Sofía: Vom Krankenhaus zu Guernica
Why is it significant?
Vor dir steht ein langer, strenger Bau aus Granit und hellem Putz, und an seiner Fassade kleben zwei gläserne Türme, in denen Aufzüge lautlos auf und ab gleiten. Unten das 18. Jahrhundert, außen das 20.
Key Facts
| Place | Museo Reina Sofía: Vom Krankenhaus zu Guernica |
|---|---|
| Address | Calle de Santa Isabel 52, 28012 Madrid, Spain |
| Geo Coordinates | 40.40800, -3.69440 |
| Part of Walk | Madrids Kunstmeile: Von Guernica über den Prado bis zum Kristallpalast im Retiro |
| Generated | Generated |
Vor dir steht ein langer, strenger Bau aus Granit und hellem Putz, und an seiner Fassade kleben zwei gläserne Türme, in denen Aufzüge lautlos auf und ab gleiten. Unten das 18. Jahrhundert, außen das 20. Jahrhundert, das an den alten Mauern hochklettert... Willkommen im Museo Reina Sofía, dem südlichen Ende von Madrids Kunstmeile.
Dieses Haus war nie als Museum gedacht. Unter König Karl III. plante der Architekt Francesco Sabatini hier ein riesiges Krankenhaus, das Hospital de San Carlos, für die Kranken und Armen der Stadt. Fast zwei Jahrhunderte lang wurde hinter diesen Mauern geboren, operiert und gestorben. Dann stand der Bau leer, und es war ernsthaft vom Abriss die Rede. Gerettet hat ihn die junge Demokratie: 1986 öffnete hier ein Kunstzentrum, 1992 wurde daraus das Nationalmuseum für die Kunst des 20. Jahrhunderts. Die Glastürme kamen außen dazu, damit man die alten Treppenhäuser nicht zerstören musste.
Im zweiten Stock hängt das Bild, wegen dem so viele Menschen hierherkommen: Guernica von Pablo Picasso. Am 26. April 1937, mitten im Spanischen Bürgerkrieg, bombardierte die deutsche Legion Condor, unterstützt von italienischen Flugzeugen, die baskische Kleinstadt Gernika. Es war Markttag. Picasso lebte in Paris und malte in wenigen Wochen eine fast acht Meter breite Leinwand für den Pavillon der Spanischen Republik auf der Weltausstellung. Kein Flugzeug ist darauf zu sehen, keine einzige Bombe... nur ein schreiendes Pferd, ein Stier, eine Mutter mit ihrem toten Kind, alles in Schwarz, Weiß und Grau.
Picasso hatte verfügt, dass das Bild erst nach Spanien gehen dürfe, wenn hier wieder Freiheit herrsche. Also blieb es jahrzehntelang im Museum of Modern Art in New York. Erst 1981, acht Jahre nach Picassos Tod und sechs Jahre nach dem Tod Francos, kam es nach Madrid, zuerst hinter Panzerglas, 1992 dann in dieses Haus. Wer aus Deutschland kommt, steht hier still vor dem berühmtesten Bild, das je über einen deutschen Luftangriff gemalt wurde.
Gleich daneben warten Dalí, Miró und Juan Gris, und hinten schließt seit 2005 ein roter Anbau des Franzosen Jean Nouvel einen stillen Innenhof ein. Wenn du wieder ins Licht trittst, geh hinüber zum Paseo del Prado und dort nach Norden. Nach ein paar Minuten siehst du eine rostrote Fassade, an der ein Garten senkrecht in den Himmel wächst.