CaixaForum: Das schwebende Kraftwerk

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Schau dir diese Wand an: Farne, Gräser und Sträucher, viele Meter hoch, senkrecht an eine Brandmauer geheftet, als hätte jemand eine Wiese aufgestellt. Und gleich daneben ein Backsteinblock, der über dem Boden zu schweben scheint, gekrönt von rostbraunem, durchlöchertem Stahl.

Key Facts

PlaceCaixaForum: Das schwebende Kraftwerk
AddressPaseo del Prado 36, 28014 Madrid, Spain
Geo Coordinates40.41110, -3.69360
Part of WalkMadrids Kunstmeile: Von Guernica über den Prado bis zum Kristallpalast im Retiro
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Schau dir diese Wand an: Farne, Gräser und Sträucher, viele Meter hoch, senkrecht an eine Brandmauer geheftet, als hätte jemand eine Wiese aufgestellt. Und gleich daneben ein Backsteinblock, der über dem Boden zu schweben scheint, gekrönt von rostbraunem, durchlöchertem Stahl. Mitten in einer Stadt aus Stein ist das fast eine Provokation.

Die grüne Wand ist ein vertikaler Garten des französischen Botanikers Patrick Blanc. Die Pflanzen wachsen ohne Erde, ihre Wurzeln stecken in einer Art Filz, und ein feines Netz aus Schläuchen versorgt sie mit Wasser und Nährstoffen. Rund 15.000 Pflanzen von etwa 250 Arten sollen es sein. Im Sommer, wenn Madrid glüht, ist dieses Stück Mauer der kühlste Fleck am ganzen Paseo... und eines der meistfotografierten.

Der Backsteinbau war einmal ein Kraftwerk, die Central Eléctrica del Mediodía vom Ende des 19. Jahrhunderts, die diesen Teil der Stadt mit Strom versorgte. Als die Stiftung der katalanischen Sparkasse La Caixa hier ein Kulturzentrum wollte, taten die Basler Architekten Herzog & de Meuron etwas Verrücktes: Sie entfernten den steinernen Sockel einfach. Seit der Eröffnung 2008 steht der alte Ziegelblock wie auf Zehenspitzen, und darunter entsteht ein schattiger Platz, auf dem man sich trifft, bevor man hinaufgeht.

Kommt dir diese Handschrift bekannt vor? Dieselben Architekten haben die Elbphilharmonie in Hamburg gebaut und die Allianz Arena in München. In Hamburg setzten sie einen gläsernen Konzertsaal auf einen alten Kaispeicher, hier setzen sie rostigen Stahl auf ein altes Kraftwerk. Das Prinzip ist dasselbe: das Schwere bleibt, das Leichte kommt obendrauf, und dazwischen entsteht etwas Neues.

Drinnen gibt es keine feste Sammlung, sondern wechselnde Ausstellungen, und die Treppe aus Stahl windet sich wie eine Skulptur nach oben. Von der Straße aus siehst du, wie das Licht durch die Löcher im Stahl fällt, fast wie durch eine Spitzendecke. Damit hat die Kunstmeile neben Prado, Thyssen und Reina Sofía einen vierten Mitspieler. Überquere jetzt den Paseo del Prado. Auf der anderen Seite liegt hinter einem hohen Gitter ein Garten, den ein König für die Wissenschaft anlegen ließ.

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