Imprenta de Juan de la Cuesta: Die Druckerei des Don Quijote

Why is it significant?

Hier an der Calle de Atocha, zwischen Autos und Ladenfronten, halt Ausschau nach dem Haus mit der Gedenktafel. Kaum jemand bleibt stehen. Dabei ist an dieser Stelle das vielleicht wichtigste Buch der spanischen Sprache zum ersten Mal aus der Presse gekommen.

Key Facts

PlaceImprenta de Juan de la Cuesta: Die Druckerei des Don Quijote
AddressCalle de Atocha 87, 28012 Madrid, Spain
Geo Coordinates40.41150, -3.69710
Part of WalkLope, Cervantes und der Zerrspiegel: Madrids Literatenviertel rund um die Calle de las Huertas
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Hier an der Calle de Atocha, zwischen Autos und Ladenfronten, halt Ausschau nach dem Haus mit der Gedenktafel. Kaum jemand bleibt stehen. Dabei ist an dieser Stelle das vielleicht wichtigste Buch der spanischen Sprache zum ersten Mal aus der Presse gekommen.

In diesem Haus betrieb Juan de la Cuesta eine Druckerei. Ende 1604 setzten seine Gehilfen hier, Buchstabe für Buchstabe, den ersten Teil von El ingenioso hidalgo don Quijote de la Mancha, und Anfang 1605 kam das Buch in den Handel. Es war sofort ein Erfolg: Noch im selben Jahr erschienen weitere Ausgaben in Lissabon und Valencia, und bald lachte man in ganz Europa über den Ritter von der traurigen Gestalt.

Gedruckt wurde schnell und nicht immer sorgfältig. In der ersten Ausgabe wird Sancho Panza sein Esel gestohlen, und ein paar Kapitel später reitet er wieder fröhlich darauf, ohne jede Erklärung. Die Leser bemerkten den Fehler, und Cervantes rächte sich elegant: Im zweiten Teil lässt er seine Figuren über die Pannen ihres eigenen Buches diskutieren. Ein Roman, der seine Druckfehler kommentiert... das war vierhundert Jahre vor der Postmoderne.

Dieser zweite Teil hat eine kuriose Vorgeschichte. 1614 erschien eine falsche Fortsetzung, geschrieben von einem Unbekannten, der sich Alonso Fernández de Avellaneda nannte. Cervantes war gekränkt, beeilte sich mit seiner eigenen Fortsetzung, und 1615 kam sie heraus, wieder aus der Werkstatt von Juan de la Cuesta. Darin lässt er Don Quijote sogar einer Figur aus dem gefälschten Buch begegnen, die bestätigen muss, dass der falsche Quijote ein Hochstapler war.

Heute gehört das Haus der Sociedad Cervantina, die hier die Erinnerung an die Druckerei wachhält. Stell dir das Knarren der Pressen vor, den Geruch von Druckerschwärze und feuchtem Papier, die Bögen, die zum Trocknen an Schnüren hingen, und dazwischen einen Autor, der vermutlich nervös auf seine Fahnen wartete. Dann geh wieder bergauf nach Norden, durch die stillen Seitenstraßen bis zur Calle de Lope de Vega. Dort wartet Cervantes selbst.

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