Real Jardín Botánico: Der Garten der Expeditionen
Why is it significant?
Hinter dem hohen Gitter wird es plötzlich still: Kieswege, Beete in strengen Rechtecken, alte Bäume, und es riecht nach feuchter Erde, mitten neben einer der lautesten Straßen der Stadt.
Key Facts
| Place | Real Jardín Botánico: Der Garten der Expeditionen |
|---|---|
| Address | Plaza de Murillo 2, 28014 Madrid, Spain |
| Geo Coordinates | 40.41150, -3.69070 |
| Part of Walk | Madrids Kunstmeile: Von Guernica über den Prado bis zum Kristallpalast im Retiro |
| Generated | Generated |
Hinter dem hohen Gitter wird es plötzlich still: Kieswege, Beete in strengen Rechtecken, alte Bäume, und es riecht nach feuchter Erde, mitten neben einer der lautesten Straßen der Stadt. Kräuter, Rosen, Obstbäume, und in den Gewächshäusern Kakteen und Farne aus Ländern, die Spanien einst beherrschte oder erforschte.
Der Real Jardín Botánico wurde 1755 unter Ferdinand VI. gegründet, damals noch draußen vor der Stadt am Fluss Manzanares. Sein Nachfolger Karl III. holte ihn hierher, 1781 war der Umzug geschafft. Karl hatte einen Plan: Der Paseo del Prado sollte eine Allee der Wissenschaften werden, mit einem Naturkundekabinett, einer Sternwarte und diesem Garten. Entworfen haben ihn Francesco Sabatini und Juan de Villanueva... und derselbe Villanueva plante gleich nebenan das Gebäude, in dem heute der Prado hängt. Das Museum war also ursprünglich für Steine, Pflanzen und Tiere gedacht.
Von hier aus schickte die spanische Krone Botaniker in die Welt: nach Peru und Chile, nach Mexiko, nach Neugranada, dem heutigen Kolumbien. Die Expedition des Arztes José Celestino Mutis dauerte Jahrzehnte, und seine Maler hinterließen Tausende farbiger Pflanzenbilder, so genau wie Porträts. Viele davon liegen heute im Archiv dieses Gartens. Für eine Kunstmeile ist das kein Umweg: Damals war Botanik auch Malerei, und die besten Zeichner Spaniens arbeiteten für die Wissenschaft.
Und jetzt kommt ein Deutscher ins Spiel. 1799 erhielt Alexander von Humboldt in Spanien die seltene Erlaubnis, die amerikanischen Kolonien zu bereisen, ein Privileg, das kaum ein Ausländer bekam. Zwei Jahre später, 1801, besuchte er in Bogotá den alten Mutis persönlich und bestaunte dessen Sammlung. Ohne die Neugier dieses Hofes hätte es den großen Humboldt, wie wir ihn kennen, vielleicht nie gegeben.
Wenn du Zeit hast, geh einmal hinein und such dir ein ruhiges Eck unter den Bäumen... die Madrilenen nennen diesen Garten nicht umsonst eine Oase. Unser Weg führt aber weiter: Geh die kleine Straße hinter dem Prado hangaufwärts. Oben auf dem Hügel wartet eine Kirche mit spitzen Türmchen, in der Könige geheiratet haben.