Puerta del Sol: Kilometer null

Why is it significant?

Schau auf den Boden vor dem Backsteinbau mit dem Uhrturm: Dort ist eine Steinplatte eingelassen, Kilómetro Cero. Von hier aus werden die großen Landstraßen Spaniens gemessen... du stehst also, ganz offiziell, im Mittelpunkt des Landes.

Key Facts

PlacePuerta del Sol: Kilometer null
AddressPuerta del Sol 7, 28013 Madrid, Spain
Geo Coordinates40.41660, -3.70360
Part of WalkDas Madrid der Habsburger: Von der Puerta del Sol zum Königspalast
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Schau auf den Boden vor dem Backsteinbau mit dem Uhrturm: Dort ist eine Steinplatte eingelassen, Kilómetro Cero. Von hier aus werden die großen Landstraßen Spaniens gemessen... du stehst also, ganz offiziell, im Mittelpunkt des Landes.

Dass ausgerechnet Madrid diese Mitte wurde, verdankt die Stadt einem Habsburger. 1561 verlegte Philipp II. seinen Hof hierher, in eine mittelgroße Stadt ohne Kathedrale und ohne großen Fluss. Die Gründe sind bis heute umstritten: die Lage in der Mitte der Halbinsel, Wasser, Wälder für die Jagd, und vielleicht auch, dass hier kein mächtiger Erzbischof residierte. Sein Vater war Karl V., in Spanien König Karl I., und zugleich Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Die Spanier nennen die Habsburger einfach los Austrias, die Österreicher, und das Viertel, durch das wir jetzt gehen, heißt bis heute Madrid de los Austrias.

Damals stand hier ein Tor in der Stadtmauer, nach Osten, der aufgehenden Sonne zugewandt, und daher kommt wohl der Name: das Sonnentor. Das Gebäude mit der Uhr, die Real Casa de Correos, kam erst in den 1760er-Jahren unter dem Bourbonen Karl III., und die Uhr, die heute alle Welt kennt, sogar erst im 19. Jahrhundert. Er steht übrigens selbst hier, als Reiterstandbild, und die Madrilenen nennen ihn bis heute ihren besten Bürgermeister.

Dieser Platz hat auch dunkle Tage gesehen. Am 2. Mai 1808 erhoben sich die Madrilenen gegen die Truppen Napoleons, und Goya hat den Kampf hier auf der Puerta del Sol gemalt. Später saß in der Casa de Correos lange die Polizei, auch in der Franco-Zeit, heute ist sie Sitz der Regionalregierung.

Und jedes Jahr am Silvesterabend schaut ganz Spanien auf diese Uhr: Zu jedem der zwölf Glockenschläge um Mitternacht isst man eine Weintraube, und wer alle schafft, hat Glück im neuen Jahr. Wirf noch einen Blick auf den Bären, der am Erdbeerbaum nascht, das Wappentier der Stadt. Dann geh nach Nordwesten, ein paar Minuten durch die Gassen, zur Plaza de las Descalzas. Dort wartet hinter einer schlichten Mauer der größte Schatz der Habsburger-Frauen.

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