Plaza Mayor: Die Bühne Philipps III.
Why is it significant?
Tritt aus dem Torbogen und bleib einen Moment stehen: Ein riesiges Rechteck, rundum geschlossen, rote Fassaden, Reihe um Reihe Balkone mit schwarzen Eisengittern, und in der Mitte ein König zu Pferd. Seit gut vierhundert Jahren stehen diese Mauern, und sie haben fast alles gesehen.
Key Facts
| Place | Plaza Mayor: Die Bühne Philipps III. |
|---|---|
| Address | Plaza Mayor, 28012 Madrid, Spain |
| Geo Coordinates | 40.41540, -3.70700 |
| Part of Walk | Das Madrid der Habsburger: Von der Puerta del Sol zum Königspalast |
| Generated | Generated |
Tritt aus dem Torbogen und bleib einen Moment stehen: Ein riesiges Rechteck, rundum geschlossen, rote Fassaden, Reihe um Reihe Balkone mit schwarzen Eisengittern, und in der Mitte ein König zu Pferd. Seit gut vierhundert Jahren stehen diese Mauern, und sie haben fast alles gesehen.
Die Plaza Mayor wurde 1619 unter Philipp III. vollendet, nach Plänen des Hofarchitekten Juan Gómez de Mora. Vorher lag hier ein unordentlicher Marktplatz vor den Toren der alten Stadt. Die Habsburger machten daraus eine Bühne, und auf dieser Bühne spielte sich das ganze Leben des Hofes ab: Stierkämpfe, Theater, Heiligsprechungen, Hinrichtungen und die Glaubensprozesse der Inquisition. Die Balkone wurden dabei vermietet wie Logen in der Oper. Neun Torbögen führen auf den Platz, und jeder öffnet sich auf eine andere Gasse des alten Madrid.
Das Reiterstandbild in der Mitte zeigt Philipp III. selbst. Begonnen hat es der Flame Giambologna in Florenz, vollendet sein Schüler Pietro Tacca, ein Geschenk aus der Toskana an den spanischen König. Auf diesen Platz kam es aber erst 1848. Und gebrannt hat es hier mehrmals schwer, zuletzt 1790; danach schloss Juan de Villanueva die Ecken, und so entstand das geschlossene Rechteck, das du heute siehst.
Über das Pferd erzählt man sich eine makabre Geschichte. Im Bronzemaul gab es eine Öffnung, und jahrzehntelang sollen kleine Vögel hineingeflogen sein, ohne wieder herauszufinden. Als das Standbild 1931 beschädigt wurde, so die Geschichte, rieselten Hunderte winziger Vogelknochen heraus. Danach wurde das Maul verschlossen.
Schau noch auf die Casa de la Panadería mit ihren bunten Fresken, dem einzigen bemalten Haus am Platz, einst Sitz der Bäckerzunft. Dann verlass den Platz durch den Torbogen auf der Westseite und folge der Calle Mayor nach Westen. Wenn du die steile Treppe des Arco de Cuchilleros siehst, denk daran: Dort unten liegt Sobrino de Botín, seit 1725 in Betrieb, eines der ältesten Restaurants der Welt. Unser Ziel ist aber ein kleiner Platz mit einem mittelalterlichen Turm.