Edificio España: Ein Hochhaus und sein zweites Leben
Why is it significant?
Hier, wo die Gran Vía in die Plaza de España mündet, steht ein gewaltiger Block aus rotem Backstein und hellem Stein, der sich zur Mitte hin in Stufen zu einem Turm aufschwingt. Über dem Eingang prangt barockes Zierwerk, als hätte jemand eine Kirchenfassade an einen Wolkenkratzer geklebt.
Key Facts
| Place | Edificio España: Ein Hochhaus und sein zweites Leben |
|---|---|
| Address | Gran Vía 84, 28013 Madrid, Spain |
| Geo Coordinates | 40.42410, -3.71090 |
| Part of Walk | Siegesgöttin, Wolkenkratzer und die Kirche der Deutschen: Gran Vía & Malasaña in Madrid |
| Generated | Generated |
Hier, wo die Gran Vía in die Plaza de España mündet, steht ein gewaltiger Block aus rotem Backstein und hellem Stein, der sich zur Mitte hin in Stufen zu einem Turm aufschwingt. Über dem Eingang prangt barockes Zierwerk, als hätte jemand eine Kirchenfassade an einen Wolkenkratzer geklebt.
Das Edificio España wurde zwischen 1948 und 1953 von den Brüdern Julián und José María Otamendi gebaut. Spanien war damals unter Franco international weitgehend isoliert, die Wirtschaft lag am Boden... und trotzdem, oder gerade deshalb, wollte man zeigen, dass auch Madrid in den Himmel bauen kann. Mit 117 Metern war es bei seiner Fertigstellung das höchste Gebäude Spaniens.
Lange blieb es das nicht. Schon 1957 wuchs gleich nebenan die Torre de Madrid auf 142 Meter, schlanker, weißer, moderner. Zusammen bildeten die beiden Türme das Postkartenbild des neuen Madrid, und in ihren Etagen gab es Wohnungen, Büros, Läden und ein Hotel. Für eine Stadt, deren höchste Punkte jahrhundertelang Kirchtürme gewesen waren, war das eine Revolution. Die beiden Riesen erschienen in Filmen, Wochenschauen und auf unzähligen Postkarten, als Beweis, dass Spanien wieder auf die Beine kam.
Dann kam der Absturz. Ab 2006 stand das Edificio España leer, ein riesiger, verrammelter Block mitten in der Stadt. 2014 kaufte es ein chinesischer Konzern und wollte es weitgehend abreißen, doch die Stadt bestand auf dem Erhalt der geschützten Fassade. Nach jahrelangem Streit wechselte das Haus erneut den Besitzer, wurde innen völlig neu gebaut und öffnete 2019 als Hotel wieder, mit einer Dachterrasse, von der man über die ganze Stadt bis zu den Bergen schaut.
Die Geschichte dieses Hauses ist ein bisschen die Geschichte Madrids im Kleinen: großspurig begonnen, fast aufgegeben und dann doch gerettet. Geh jetzt hinüber auf die weite Plaza de España, zu der Gruppe aus Stein und Bronze in ihrer Mitte. Dort wartet ein alter Bekannter mit Lanze und Rüstung.