Plaza de las Comendadoras: Die Nonnen des Jakobsordens
Why is it significant?
Hier wird es plötzlich still. Ein kleiner, rechteckiger Platz mit Bäumen und Bänken, gesäumt von Häusern mit Balkonen, und an einer Seite die schlichte Backsteinfront einer Klosterkirche mit Kuppel.
Key Facts
| Place | Plaza de las Comendadoras: Die Nonnen des Jakobsordens |
|---|---|
| Address | Plaza de las Comendadoras, 28015 Madrid, Spain |
| Geo Coordinates | 40.42730, -3.70890 |
| Part of Walk | Siegesgöttin, Wolkenkratzer und die Kirche der Deutschen: Gran Vía & Malasaña in Madrid |
| Generated | Generated |
Hier wird es plötzlich still. Ein kleiner, rechteckiger Platz mit Bäumen und Bänken, gesäumt von Häusern mit Balkonen, und an einer Seite die schlichte Backsteinfront einer Klosterkirche mit Kuppel. Kinder kicken einen Ball gegen die Mauer, Nachbarn trinken ihren Kaffee... und kaum ein Tourist verirrt sich hierher.
Das Kloster gehört den Comendadoras de Santiago, den Ordensfrauen des Jakobsordens. Der Orden von Santiago entstand im 12. Jahrhundert als Ritterorden, um gegen die muslimischen Reiche im Süden der Halbinsel zu kämpfen, und schon früh gab es neben den Rittern auch Frauen, die nach seiner Regel lebten. Das Zeichen des Ordens ist ein rotes Kreuz, dessen unterer Arm in eine Schwertklinge ausläuft, halb Kreuz, halb Waffe. Im 17. Jahrhundert ließen sich die Ordensfrauen hier nieder, damals noch am Rand von Madrid.
Die Kirche ist ein Bau des späten 17. Jahrhunderts, mit einer Kuppel über der Vierung. Über dem Hochaltar hängt ein großes Bild des heiligen Jakobus, hoch zu Ross in der Schlacht, das Luca Giordano zugeschrieben wird... demselben Maler, dessen Fresken du in San Antonio de los Alemanes gesehen hast. Der Mann scheint halb Madrid ausgemalt zu haben.
Das Besondere an diesem Ort ist nicht ein einzelnes Kunstwerk, sondern das Nebeneinander. Hinter den Mauern lebt noch immer eine kleine Gemeinschaft von Ordensfrauen, nach Regeln, die älter sind als Madrid als Hauptstadt. Davor sitzen Leute auf den Terrassen und reden über Fußball und Mieten. Wenn die Glocke läutet, ruft sie nicht zum Sightseeing, sondern zum Stundengebet. Zwei Zeitrechnungen, getrennt nur durch eine Ziegelwand.
Das ganze Gebiet von hier bis zur Calle de Fuencarral heißt offiziell Barrio de Universidad, doch jeder in Madrid nennt den östlichen Teil nur Malasaña. Warum, erfährst du gleich. Lauf nach Osten, über die Calle de San Bernardo hinweg, hinein in die Gassen von Malasaña, bis zu einem Platz mit einem einsamen steinernen Torbogen.