Cuartel del Conde Duque: Eine Kaserne für die Leibgarde des Königs
Why is it significant?
Stell dich vor diese endlos lange Fassade und versuch, ihr Ende zu sehen... es gelingt kaum. In der Mitte aber sitzt, wie ein Schmuckstück auf einem Ziegelpanzer, ein Portal aus hellem Stein, über und über verziert mit steinernen Fahnen, Trommeln, Kanonen und Waffen.
Key Facts
| Place | Cuartel del Conde Duque: Eine Kaserne für die Leibgarde des Königs |
|---|---|
| Address | Calle del Conde Duque 9, 28015 Madrid, Spain |
| Geo Coordinates | 40.42700, -3.71080 |
| Part of Walk | Siegesgöttin, Wolkenkratzer und die Kirche der Deutschen: Gran Vía & Malasaña in Madrid |
| Generated | Generated |
Stell dich vor diese endlos lange Fassade und versuch, ihr Ende zu sehen... es gelingt kaum. In der Mitte aber sitzt, wie ein Schmuckstück auf einem Ziegelpanzer, ein Portal aus hellem Stein, über und über verziert mit steinernen Fahnen, Trommeln, Kanonen und Waffen.
Gebaut wurde der Cuartel del Conde Duque ab 1717 für die Guardia de Corps, die Leibgarde Philipps V., des ersten Bourbonen auf dem spanischen Thron. Den Entwurf lieferte Pedro de Ribera, der Architekt, der Madrid sein verspieltes Spätbarock geschenkt hat. Seine Portale sind wie Theaterkulissen, voller Schwung und Übermut, und du wirst ihm am Ende dieses Spaziergangs noch einmal begegnen. Von ihm stammt auch die Puente de Toledo über den Manzanares, und sein Förderer war der Stadtregent Marqués de Vadillo, der Madrid im frühen 18. Jahrhundert verschönern wollte.
Die Kaserne war eine Stadt in der Stadt, mit Innenhöfen, Ställen und Unterkünften für Hunderte Gardisten und ihre Pferde. Der Name erinnert übrigens nicht an einen Soldaten, sondern an den Conde-Duque de Olivares, den mächtigen Minister Philipps IV., dessen Anwesen hier in der Gegend gelegen haben soll. Ein Staatsmann des 17. Jahrhunderts gibt einer Kaserne des 18. Jahrhunderts seinen Namen... so ist Madrid.
1869 zerstörte ein Brand große Teile des Gebäudes, darunter das oberste Stockwerk. Danach verfiel der Bau langsam, und im 20. Jahrhundert war sogar von Abriss die Rede. Die Stadt Madrid übernahm das Gelände schließlich und verwandelte es in den Achtzigerjahren in ein Kulturzentrum, eine Rettung in letzter Minute.
Heute lagern hinter diesen Mauern das Stadtarchiv, historische Bibliotheken und eine große Zeitungssammlung, dazu kommen Theatersäle, Ausstellungen und im Sommer Konzerte unter freiem Himmel in den Höfen. Wo früher Pferde schnaubten, wird heute geprobt und gelesen, und über die Steinplatten der Höfe, auf denen einst exerziert wurde, laufen Kinder mit Eis in der Hand. Geh nun um die Ecke nach Osten, zu einem stillen kleinen Platz mit einer Klosterkirche, die nur wenige Besucher finden.