Monasterio de la Encarnación: Die Königin aus Graz
Why is it significant?
Auf diesem stillen Platz steht eine Kirche mit einer klaren, ruhigen Fassade aus hellem Stein und rötlichem Ziegel, davor ein kleiner Garten. Kaum ein Tourist verirrt sich hierher, und doch war dieser Ort einmal direkt mit dem Königsschloss verbunden. Die Fassade aus dem frühen 17.
Key Facts
| Place | Monasterio de la Encarnación: Die Königin aus Graz |
|---|---|
| Address | Plaza de la Encarnación 1, 28013 Madrid, Spain |
| Geo Coordinates | 40.42000, -3.71160 |
| Part of Walk | Das Madrid der Habsburger: Von der Puerta del Sol zum Königspalast |
| Generated | Generated |
Auf diesem stillen Platz steht eine Kirche mit einer klaren, ruhigen Fassade aus hellem Stein und rötlichem Ziegel, davor ein kleiner Garten. Kaum ein Tourist verirrt sich hierher, und doch war dieser Ort einmal direkt mit dem Königsschloss verbunden. Die Fassade aus dem frühen 17. Jahrhundert wurde zum Vorbild für viele spätere Klosterkirchen in Madrid.
Das Real Monasterio de la Encarnación gründeten Philipp III. und seine Frau Margarete von Österreich, und Margarete kam aus Graz. Sie war eine Tochter des Erzherzogs Karl von Innerösterreich, eine Habsburgerin aus der Steiermark, die mit vierzehn Jahren einen Cousin aus der spanischen Linie heiratete. Ihr Vater regierte von Graz aus die Steiermark, Kärnten und Krain, und am Grazer Hof wuchs Margarete streng katholisch auf. Die Habsburger heirateten so oft untereinander, dass die beiden Zweige der Familie, Madrid und Wien, fast eine einzige Großfamilie waren.
Margarete erlebte die Vollendung ihres Klosters nicht. Sie starb 1611, mit sechsundzwanzig Jahren, nach der Geburt ihres achten Kindes. Philipp III. heiratete nie wieder. Er ließ das Kloster zu Ende bauen, die Kirche wurde 1616 geweiht, und es wurde zu einem Lieblingsort der königlichen Frauen. Ein überdachter Gang verband es mit dem Alcázar, sodass die Königinnen hierherkommen konnten, ohne je die Straße zu betreten.
Das berühmteste Stück im Inneren ist ein Reliquienraum, vollgestellt mit Hunderten von Reliquien in Gold und Silber. Darunter ein Glasgefäß mit dem Blut des heiligen Pantaleon. Die Überlieferung sagt, es werde jedes Jahr am 27. Juli, seinem Festtag, wieder flüssig. Und die Madrilenen erzählen, wenn es einmal nicht flüssig werde, stehe der Stadt ein Unglück bevor. Ob man daran glaubt oder nicht: An diesem Tag warten viele Menschen geduldig vor der Kirche.
Bis heute leben hier Augustinerinnen in Klausur, gleich neben dem Senat und nur wenige Schritte vom Palast. Für den Schluss unseres Weges geh nun nach Westen, auf die Calle de Bailén zu und dann rechts. Dort liegen unter dem Nordflügel des Palastes Gärten mit geschnittenen Hecken, der schönste Platz für den Sonnenuntergang.